Psychoanalytikerinnen in den Niederlanden

Geschichte *)

Leben und Werk

Ada Berna-Citroen
Elisabeth C. M. Frijling-Schreuder
Elisabeth Geleerd Loewenstein (Österreich)
Hendrika C. Halberstadt-Freud
Jeanne Lampl-de Groot
Maria Moltzer
Nel Tibout

Ada Berna geb. Citroen (1904-1943)

Ada Citroen machte bei Anna Freud in Wien eine Ausbildung zur Kinderanalytikerin und war Mitglied der Nederlandse Vereniging voor Psychoanalyse. 1940 heiratete sie in Amsterdam den Schweizer Kinderanalytiker Jacques Berna. Zwei Tage vor dem Einmarsch der Deutschen in Holland flohen beide zunächst nach Frankreich, wo sie vergeblich auf ein amerikanisches Visum warteten und schließlich in die Schweiz emigrierten. Ada und Jacques Berna ließen sich in Zürich nieder und eröffneten in Klosters ein therapeutisches Kinderheim. Ada Berna-Citroen wurde in die Schweizerische Gesellschaft für Psychoanalyse aufgenommen. Nach der Geburt ihres Sohnes Tommy Ende 1942 erkrankte sie schwer und starb im darauf folgenden Jahr.

SCHRIFTEN
-Kinderpsyche en opvoeding volgens psycho-analytische opvattingen. Amsterdam u. a. 1939; neuer Titel: Moderne opvoeding. Nieuwe inzichten omtrent het zieleleven van het kind. Amsterdam u. a. 1955 [Moderne Erziehung. Ein Leitfaden zur Einfühlung in das Seelenleben des Kindes. Bern 1941]
-Bericht über eine Kinderanalyse. Zeitschrift für Kinderpsychiatrie 8 (1), 1941

LITERATUR
-Berna, Jacques: Mein Weg in die Psychoanalyse. In L. M. Hermanns (Hg.): Psychoanalyse in Selbstdarstellungen Bd.1. Tübingen 1992, 11-47
-Obituary. Bull Int Psychoanal Assn 27, 1946, 185

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Elisabeth C. M. Frijling-Schreuder (1908-2003)

Die in Amsterdam geborene Schriftstellerin und Kinderpsychiaterin Elisabeth Catharina Margaretha (Bets) Frijling-Schreuder trat kurz nach 1945 in die Nederlandse Vereniging voor Psychoanalyse (NVP) ein. Ihre psychoanalytische Ausbildung erhielt sie bei Jeanne Lampl-de Groot. Sie studierte in Amsterdam Medizin und promovierte 1955 über das Thema Preventie van neurotische gezinsrelaties [Prävention neurotischer Familienbeziehungen]. Von 1960 an veranstaltete sie im Rahmen der NVP regelmäßig ein Seminar über Kinderanalyse, 1966 wurde dann ein spezieller Ausbildungsgang für Kinderpsychoanalyse in der holländischen Vereinigung eingerichtet. Elisabeth Frijling-Schreuder war Leiterin der von Nel Tibout gegründeten Erziehungsberatungsstelle Medisch Opvoedkundig Bureau (MOB) in Amsterdam und seit 1965 Professorin für Kinderpsychiatrie an der Universität Amsterdam.

SCHRIFTEN
-Veenkolonialen. Assen 1939
-Droom en onthulling. Leezingen gehouden voor het Criminologische Instituut. Utrecht, Nijmegen 1948
-Preventie van neurotische gezinsrelaties. Med. Diss. Amsterdam, Assen 1955
-Het onvolledige gezin. Assen 1959
-Honoré de Balzac, ein gestörter Junge, der nicht behandelt wurde. Psyche 18, 1965, 606-615
-The adaptive use of regression. IJP 47, 1966, 364-369
-Übertragung und Gegenübertragung in der psychoanalytischen Kindertherapie. Psyche 21, 1967, 16-30
-Die Verwendung der Regression im Dienste der Anpassung. Psyche 21, 1967, 313-323
-Borderline states in children. Psa Study Child 24, 1969, 307-327
-Wat zijn dat, kinderen? Verstandhouding en misverstand. Amsterdam 1971 [Was sind das - Kinder? Wege, sie zu verstehen. Frankfurt/M. 1974]
-Bemerkungen zur Supervision. Psyche 30, 1976, 125-145
-Übertragung und Gegenübertragung. Psyche 33, 1979, 600-609
-What we can learn from pathology about normal development. Psa Study Child 36, 1981, 137-145
-The supervisors analysis of the candidate. Int Rev Psychoanal 8, 1981, 393-400
-Kind en volwassene. Ervaringen uit de psycho-analytische en kinderpsychiatrische praktijk. Assen 1984
-Sublimation and its limitations in Charles Dickens. Psa Study Child 40, 1985. 331-344
-De preventieve betekenis van de behandeling van ernstig gestoorde kinderen. Amsterdam 1994
-(mit P. J. van der Leeuw und Pieter Cornelius Kuiper) (Hg.) Hoofdstukken uit de hedendaagse psychoanalyse. Arnhem 1967
-(und P. J. van der Leeuw) Psychoanalytici aan het woord. Deventer 1980

LITERATUR UND LINKS
-Encyclopedie Drenthe Online (9.4.2008)
-Groen-Prakken, Han, und Leo de Nobel: The Netherlands. In Psychoanalysis International, Bd.1: Europe. Stuttgart-Bad Cannstatt 1992, 217-242

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Hendrika C. Halberstadt-Freud (*1937)

Hendrika Halberstadt-FreudHendrika Clara (Iki) Freud (nicht verwandt mit Sigmund Freud) wurde in Amsterdam als Tochter ungarisch-jüdischer Einwanderer geboren. Sie studierte Psychologie und arbeitete während der 1960er Jahre als leitende Psychologin am Fachbereich Kinderpsychiatrie der Universität Amsterdam. Gleichzeitig machte sie eine psychoanalytische Ausbildung und wurde Mitglied der Nederlandse Vereniging voor Psychoanalyse, für die sie neben ihrer Privatpraxis in Amsterdam als Lehranalytikerin und Supervisorin tätig ist. 1979 promovierte sie über Het Sadomasochisme. Proust en Freud.
Hendrika Freud war in erster Ehe mit Victor Halberstadt (*1939) verheiratet, der an der Universität Leiden als Professor für Volkswirtschaft lehrt und von dem ihre Tochter Jutka und ihr Sohn Yuri stammen. Nach der Scheidung von Halberstadt heiratete sie den holländischen Oboisten Han De Vries (*1941).
Bekannt wurde Hendrika Halberstadt-Freud vor allem durch ihr Buch Elektra versus Ödipus, in dem sie, inspiriert durch den Mythos der Elektra, eine eigene Version des weiblichen Ödipiskomplex entwirft. Für Halberstadt-Freud verkörpert die Tochter Agamemnons, die aus Hass gegen ihre Mutter ihren Bruder Orest zum Muttermord anstiftet, das Drama der Mutter-Tochter-Beziehung. Eine ihrer zentralen Thesen ist, dass dem Mädchen die Trennung von der Mutter, der sie psychisch wie anatomisch gleicht, nie vollständig gelingt. Die Problematik der Tochter bestehe daher in einer lebenslangen Gratwanderung zwischen den Extremen eines mörderischen Hasses auf die Mutter und der vollkommenen Symbiose mit ihr.

SCHRIFTEN
-Psychodiagnostiek met kinderen en adolescenten. Amsterdam 1971
-Het Sadomasochisme. Proust en Freud. Amsterdam 1979
-De historie van de moederliefde. Psychotherapie 6, 1985, 370-385
-Electra in bondage. On symbiosis and the symbiotic illuson between mother and daughter and the consequence for the Oedipus Complex. Free Associations 17, 1989, 58-89
-Freud, Proust, Perversion and Love. Amsterdam 1991
-Do women change their object? The Dutch Annual of Psychoanalysis 1, 1993
-Postpartale Depression und die Illusion der Symbiose. Psyche 47, 1993, 1041-1062
-Fünfzig Jahre nach Anne Frank. Reaktivierung einer transgenerationellen Traumatisierung in der Übertragung. Psyche 49, 1995, 1-17
-Clara Schumann: "A woman's love and life". A psychoanalytic interpretation. The Psychohistory 23, 1995, 143-166 [Clara Schumann: "Liebe und Leben einer Frau". Eine psychoanalytische Interpretation. Psyche 50, 1996, 193-217]
-Electra versus Oedipus. Het drama van de moeder-dochterrelatie. Amsterdam 1997 [Elektra versus Ödipus. Das Drama der Mutter-Tochter-Beziehung. Stuttgart 2000]
-Mannen en moeders, de levenslange worsteling van mannen met hun moeders. Amsterdam 2002
-Mijn naam is Freud, Iki Freud. Terugblik van een psychoanalytica. Amsterdam 2004

LITERATUR
-Fogteloo, Margreet: "Iedereen is eenzijdig". De groene Amsterdammer, 30. März 2002

ABB.: De Telegraaf; aus Halberstadt-Freud 2000

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Jeanne Lampl-de Groot (1895-1987)

Jeanne Lampl-de Groot 1932 Jeanne (Adriana) de Groot wurde in Schiedam in Holland als dritte von vier Töchtern einer reichen und gebildeten Familie geboren. Ihr Vater war Sozialdemokrat und Leiter einer kooperativen Druckerei, ihre Mutter Allgemeinärztin. 1914 begann Adriana de Groot ein Medizinstudium an der Universität Leiden und promoverte 1921 in Amsterdam.
1922 reiste sie nach Wien, um bis 1925 eine Analyse bei Sigmund Freud zu machen, mit einer Nachtragsanalyse 1931. Jeanne de Groot wurde eine enge Vertraute Freuds und war Trägerin eines seiner berühmten Ringe. Gleichzeitig zu ihrer Ausbildung bei der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung (WPV) praktizierte sie an der psychiatrischen Klinik von Julius Wagner-Jauregg. Auf Freuds Anraten ging sie 1925 nach Berlin, um dort ihre psychoanalytische Ausbildung abzuschließen. Hier lernte sie den östereichisch-jüdischen Psychoanalytiker Hans Lampl (1889-1958) kennen und heiratete ihn 1925. 1926 und 1928 wurden ihre beiden Töchter geboren.
Von 1926 bis 1933 war Jeanne Lampl-de Groot Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft und lehrte am Berliner psychoanalytischen Institut. Nach Hitlers Machtübernahme kehrte sie nach Wien zurück und wurde in die WPV aufgenommen, für die sie bis 1938 als Lehr- und Kontrollanalytikerin tätig war. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland emigrierte sie ein weiteres Mal mit ihrer Familie, zunächst nach Den Haag, dann nach Amsterdam. Sie wurde Mitglied der Nederlandse Vereniging voor Psychoanalyse (NVP), und als diese sich nach der Besetzung Hollands durch die Deutschen 1941 auflöste, setzte Jeanne Lampl-de Groot ihre Tätigkeit in der geheimen Amsterdamschen Psychoanalytischen Werkgroep fort.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sie 1946 gemeinsam mit ihrem Mann und anderen Kollegen das Psychoanalytische Institut in Amsterdam und organisierte 1950 die erste europäische Zusammenkunft der Psychoanalytiker nach dem Zweiten Weltkrieg. 1958 wurden sie und ihr Mann in einen schweren Autounfall verwickelt, bei dem Hans Lampl ums Leben kam. Jeanne Lampl-de Groot überlebte und war bis in ihr hohes Alter als Analytikerin in Amsterdam tätig.
Geprägt durch die Ich-Psychologie Anna Freuds und Heinz Hartmanns, galt das Interesse Jeanne Lampl-de Groots neben der Kinderanalyse besonders dem Narzissmus und der Entwicklung der Weiblichkeit. Bereits in ihrer ersten psychoanalytischen Veröffentlichung setzte sie sich mit der Entwicklungsgeschichte des Ödipuskomplexes der Frau auseinander. In Übereinstimmung mit Sigmund Freud vertrat sie die Ansicht, dass sich bis zur phallischen Phase die Kinder beiderlei Geschlechts im Psychischen gleich entwickeln. Die psychische Differenz entstehe erst mit der Entdeckung der unterschiedlichen Geschlechtsorgane, was beim Mädchen Minderwertigkeitsgefühle und die Wendung von der aktiven Mutter- zur passiven Vaterbeziehung zur Folge hat. Der Unterschied zwischen Mann und Frau beruht daher, wie sie in ihrem Aufsatz Zu den Problemen der Weiblichkeit ausführte, auf dem Unterschied zwischen Aktivität und Passivität. (Artikelanfang)

SCHRIFTEN
-Zur Entwicklungsgeschichte des Ödipuskomplexes der Frau. IZP 13, 1927, 269-282; Psyche 19, 1965, 403-416
-Zu den Problemen der Weiblichkeit. IZP 19, 1933, 385-415
-Hemmung und Narzißmus. IZP 22, 1936, 198-222; Psyche 19, 1965, 417-442
-Masochismus und Narzißmus. IZP 23, 1937, 479-489; Psyche 19, 1965, 443-453
-Anmerkungen zur psychoanalytischen Triebtheorie. Psyche 10, 1956, 194-204
-On masturbation and its influence on general development. Psa Study Child 5, 1950, 153-174
-On adolescence. Psa Study Child 15 1960, 95-103 [Zur Adoleszenz. Psyche 19, 1965, 477-485]
-Depression und Aggression. Jb Psychoanal 1, 1960, 145-160
-The ego ideal and superego. Psa Study Child 27, 1962, 94-106 [Ich-Ideal und Über-Ich. Psyche 17, 1963, 321-332]
-Die Behandlungstechnik bei neurotischen Patientinnen. Psyche 15, 1962, 681-683
-Symptombildung und Charakterbildung. Psyche 17, 1963, 1-22
-Heinz Hartmanns Beiträge zur Psychoanalyse. Psyche 18, 1964, 321-329
-Ideal-Bildung bei Neurotikern und Delinquenten. Psyche 19, 1965, 454-464
-Über Verlaufsformen von Abwehr und Entwicklung. Psyche 19, 1965, 465-476
-Bemerkungen über Genese, Strukturierung und Funktionsweise des seelischen Apparates. Psyche 19, 1965, 486-494
-The Development of the Mind. Psychoanalytic Papers on Clinical and Theoretical Problems. New York 1965; London 1986
-Die Zusammenarbeit von Patient und Analytiker in der psychoanalytischen Behandlung. Psyche 21, 1967, 73-83
-Gedanken über Vorteile und Gefahren der "Einseitigkeit" in der wissenschaftlichen Forschung. Psyche 22, 1968, 672-678
-Vicissitudes of narcissism and problems of civilization. Psa Study Child 30, 1975, 663-681
-Personal experience with psychoanalytic technique and theory during the last half century. Psa Study Child 31, 1976, 283-296
-Thoughts on psychoanalytic views of female psychology 1927-1977. Psa Quart 51, 1982, 1-18
-Souffrance et jouissance. Paris 1983
-Man and Mind. Collected Papers of Jeanne Lampl-de Groot. New York, Assen 1985

LITERATUR UND LINKS
-Appignanesi, Lisa, und John Forrester: Die Frauen Sigmund Freuds. München 1992
-Frijling-Schreuder, E.C.M.: Jeanne Lampl-de Groot 1895-1987. Psa Quart 1988, 422-425
-Mühlleitner, Elke: Biographisches Lexikon der Psychoanalyse. Die Mitglieder der Psychologischen Mittwoch-Gesellschaft und der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung (1902-1938). Tübingen 1992
-Roudinesco, Elisabeth, und Michel Plon: Wörterbuch der Psychoanalyse (1997). Wien, New York 2004 [Diccionario de psicoanálisis (6.3.2008)]
-Spanjaard, J., und R.U. Mekking: Psychoanalyse in den Niederlanden. In Die Psychologie des 20. Jahrhunderts III: Freud und die Folgen (2). Zürich 1977, 55-72
-Verhage-Stins, Elizabeth: Lampl-de Groot, Jeanne. In Dictionnaire international de la psychanalyse (2002). Hg. von Alain de Mijolla. Paris 2005, 954f [International Dictionary of Psychoanalysis (9.4.2008)]

ABB.: BPSI; aus S. Gifford, D. Jacobs und V. Goldman (Hg.): Edward Bibring fotografiert die Psychoanalytiker seiner Zeit. Gießen 2005, 24

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Maria Moltzer (1874-1944)

Maria Moltzer 1911Maria Moltzer war eine Vertreterin der Analytischen Psychologie, die C. G. Jung nach seinem Bruch mit Sigmund Freud 1913 begründete. Sie stammte aus einer reichen holländischen Industriellenfamilie, der das Unternehmen Bols-Spirituosen gehörte. Wohl um sich von ihrer Herkunft zu distanzieren, führte sie ein bescheidenes, asketisches Leben. Aus Protest gegen den Missbrauch von Alkohol wurde sie Krankenschwester. Um 1910 ging sie nach Zürich, um sich von Carl G. Jung in der Psychiatrie ausbilden zu lassen. Sie arbeitete als Assistentin am Burghölzli und war im Kreise C. G. Jungs für Kinderanalysen zuständig.
1911 nahm sie am Internationalen Psychoanalytischen Kongress in Weimar teil. 1913 eröffnete sie in Zürich eine eigene Praxis. Eine enge berufliche Beziehung verband Maria Moltzer mit Franz Riklin, der als ihr Lehrer Jung ablöste. Mitte der 1920er Jahre verließ sie Zürich und kehrte nach Holland zurück, wo sie für den Rest ihres Lebens ansässig war und eine Praxis betrieb.

Maria Moltzer inspirierte Jung nicht nur zur Ausformulierung seines Konzepts von der Anima, der Personifikation des Weiblichen im Unbewussten des Mannes. Auf sie geht auch die Einführung des intuitiven Typus neben dem intro- und dem extravertierten Typus zurück, sowie die Formulierung einer Tendenz zur Individualisierung neben den kollektiven Tendenzen der Intro- und Extraversion.

SCHRIFTEN
-Der Weg zur Mitte. Ein Gleichnis in Träumen. Amsterdam 1948

LITERATUR
-Bair, Deirdre: C. G. Jung. Eine Biographie. München 2005
-Graf-Nold, Angela: Der Fall Hermine Hug-Hellmuth. Eine Geschichte der frühen Kinderpsychoanalyse. München und Wien 1988
-Shamdasani, Sonu: The lost contributions of Maria Moltzer to analytical psychology. Two unknown papers. Spring. Journal of Archetype and Culture 64, 1999, 103-120

ABB.: IPV-Kongress in Weimar 1911 (Preußischer Kulturbesitz, Berlin)

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Nel Tibout (1899-1968)

Die in Zwolle geborene Petronella Hendrica Catharina (Nel) Tibout war eine Pionierin der Kinderanalyse in Holland. Sie studierte Medizin in Amsterdam und Groningen und spezialisierte sich an der Valerius Klinik in Groningen als Kinderpsychiaterin. Sie absolvierte eine psychoanalytische Ausbildung und wurde Mitglied der Nederlandse Vereniging voor Psychoanalyse. 1928 gründete sie nach dem Vorbild der amerikanischen Child Guidance Clinic die erste psychoanalytische Erziehungsberatungsstelle in Amsterdam, das Medisch Opvoedkundig Bureau (MOB), dessen Leiterin sie bis 1948 war. Nel Tibout führte außerdem die Milieutherapie in die Ausbildung psychiatrisch ausgerichteter Sozialarbeiter ein.
Nachdem sie 1948 ihre Doktorarbeit über die Psychotherapie von Kindern mit Verhaltensstörungen publiziert hatte, zog sich Nel Tibout aus der MOB-Arbeit zurück. 1951 übersiedelte sie in die USA und war bis 1962 als Lehranalytikerin an der Menninger-Klinik in Topeka tätig.

SCHRIFTEN
-Over het onderzoek en de behandeling van kinderen met afwijkend gedrag. Psychiatrisch-sociale beschouwingen. Purmerend 1948
-Het Medisch Opvoedkundige Bureau. Enkele actuele problemen. In M. J. Mej de Haas (Hg.): Problemen van het Maatschappelijk Werk. Purmerend 1949, 195-211
-(u. a.) Nationaal congres voor de geestelijke volksgezondheid: 19-22 Mei 1947, Indisch Instituut Amsterdam. Zwolle 1947

LITERATUR UND LINKS
-Blink-Rolder, J. W. van den: In memoriam Dr. P.H.C. Tibout. Ned Tijdschr Geneeskd, 15. Juni 1968, 112 (24), 1144-45
-Dantzig-Van Amstel, B. van: Nel Tibout (1899-1968). IJP 50, 1969, 132f
-Marie Kamphuis Stichting (9.4.2008)

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