
Die Pionierin der argentinischen Psychoanalyse Arminda Aberastury ("La Negra") wurde in Buenos Aires als jüngste Tochter einer gutbürgerlichen Familie geboren. Ihr Vater Pedro Aberastury war als Prokurist und Manager bei verschiedenen Unternehmen beschäftigt, ihre Mutter Arminda Fernández war Lehrerin und Schuldirektorin. Nachdem sie ebenfalls eine Lehrerinnenausbildung abgeschlossen hatte, studierte Arminda Aberastury Pädagogik an der Universität Buenos Aires.
Durch ihren Bruder Frederico, der unter psychotischen Schüben litt und Psychiatrie studierte, lernte sie 1933 den Psychiater Enrique Pichón-Riviere (1907-1977) kennen, den sie 1937 heiratete. Drei Söhne, Enrique, Joaquin und Marcelo, gingen aus dieser Ehe hervor, die 1956 wieder geschieden wurde.
1942 begann Arminda Aberastury eine Lehranalyse bei Ángel Garma. Sie gehörte wie ihr Mann zu den Gründungsmitgliedern der Asociación Psicoanalítica Argentina (APA) und war dort seit 1953 als Lehranalytikerin tätig. Sie unterrichtete fast zwanzig Jahre lang am psychoanalytischen Institut in Buenos Aires, dem sie 1956 auch als Direktorin vorstand. Außerdem lehrte sie Kinder- und Jugendlichenpsychologie an der Universität Buenos Aires.
Arminda Aberastury de Pichon-Rivière begründete die Kinderpsychoanalyse in Argentinien und führte dort die kleinianische Theorie ein. Sich zunächst an Anna Freud und Sophie Morgenstern orientierend, übernahm sie bald die Spieltechnik Melanie Kleins, mit der sie seit 1945 korrespondierte. Sie war auch die erste spanische Übersetzerin Melanie Kleins. Von 1948 bis 1952 leitete Aberastury am APA-Institut das Seminar für Kinderpsychoanalyse. Ihr Hauptwerk Teoría y técnica del psicoanálisis de niños diente Generationen argentinischer KinderanalytikerInnen als Lehrbuch.
Als bedeutender theoretischer Beitrag gilt Arminda Aberasturys Einführung einer ursprünglichen genitalen Phase, La fase genital previa (1964), zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat, die der analen Phase vorausgeht. Mit dieser Annahme, der zufolge der Vater von Anfang an in die Mutter-Kind-Beziehung miteinbezogen ist, ergänzte Aberastury die kleinianische Theorie. Zu ihren Forschungsgebieten zählte auch die Diagnostik: Sie entwickelte einen Test zum Häuserbauen, El juego de construir casas (1950), mit dessen Hilfe sich z. B. die Entwicklung des Körperbildes beim Kind beurteilen läßt.
Vermutlich deprimiert wegen einer entstellenden Hautkrankheit, nahm sich Arminda Aberastury im Alter von 62 Jahren das Leben. Zwei Jahre nach ihrem Tod eröffnete Betty Garma die Abteilung für Kinder- und Jugendlichenanalyse "Arminda Aberastury" der APA. (Artikelanfang)

Lygia Alcântara do Amaral stammte aus der brasilianischen Kaffeearistokratie und wurde in São Paulo geboren. Sie studierte an der Faculdade de Higiene de São Paulo und machte 1937 ihren Abschluss bei Durval Marcondes am Serviço de Higiene Mental Escolar. Wie Virginia Bicudo ließ sie sich an dem von Geraldo de Paula Souza geleiteten Instituto de Higiene in São Paulo zur Gesundheitspädagogin ausbilden.
1945 schloss sich Lygia Amaral der Grupo psicanalítico de São Paulo an. Sie absolvierte eine Lehranalyse bei Adelheid Koch und gehörte zu den ersten Mitgliedern der Sociedade Brasileira de Psicanálise de São Paulo (SBPSP). Als Mitarbeiterin an Marcondes' Clínica de Orientação Infantil ging sie 1951 zur psychoanalytischen Weiterbildung für sechs Monate nach London. Sie besuchte Esther Bicks Seminar für Kinderbeobachtung und ließ ihre Fälle von Hanna Segal supervidieren. Später machte Lygia Amaral weitere Analysen bei Frank Philips und - während dessen Brasilien-Aufenthalts 1979 - bei Wilfred Bion, beides Kleinianer.
Lygia Amaral war wie Virginia Bicudo eine Pionierin der Kinderpsychoanalyse in Brasilien. Seit 1959 Lehranalytikerin der SBPSP, setzte sie sich besonders für die Ausbildung von KinderanalytikerInnen ein und leitete 1978 das erste Seminar zur Kinderpsychoanalyse auf der Grundlage des Ansatzes von Melanie Klein. In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre lehrte sie außerdem Klinische Psychologie an der Universität von São Paulo.

Die argentinische Ärztin und Psychoanalytikerin Luisa Augusta Rebeca (Rebe) Gambier - nach ihrer Heirat Luisa G. Alvarez de Toledo - wurde in Buenos Aires geboren. Während ihres Medizinstudiums in Buenos Aires in den 1930er Jahren lernte sie den Psychiater Arnaldo Rascovsky und dessen Frau Matilde Wencelblat de Rascovsky kennen, die sie in die Psychoanalyse einführten. Luisa Gambier gehörte zum Gründungskern der argentinischen Psychoanalyse um Rascovsky und Enrique Pichon-Rivière und absolvierte ihre Lehranalyse bei Celes Ernesto Cárcamo. 1946 wurde sie außerordentliches, 1950 ordentliches Mitglied der Asociación Psicoanalítica Argentina (APA).
1946 beteiligte sie sich an der Einrichtung der ersten psychoanalytisch orientierten psychiatrischen Abteilung für Jugendliche am Hospicio de las Mercedes, die von Pichon-Rivière geleitet wurde. Seit 1954 war Luisa Alvarez de Toledo Lehranalytikerin der APA, wo sie auch verschiedene Leitungsfunktionen ausübte, als Vorstandssekretärin, Schatzmeisterin und von 1956 bis 1957 als Präsidentin. Zwischen 1955 und 1958 bot sie regelmäßig Seminare und Supervisionen in Montevideo an und leistete damit einen Beitrag zum Aufbau der Asociación Psicoanalítica del Uruguay.
Als ein Klassiker der psychoanalytischen Literatur gilt ihr Aufsatz El análisis del "asociar", del "interpretar" y las "palabras" über das Assoziieren, Interpretieren und die Worte. Darin richtete sie die Aufmerksamkeit auf die Sprache als Gegenstand der Psychoanalyse und zeigte u. a., dass sich im Akt des Sprechens an sich, losgelöst vom Inhalt der Worte, libidinöse Befriedigung realisiert. Die Worte werden dann nicht in ihrer symbolischen Bedeutung erlebt, sondern als Objekte der Belohnung oder Agression.

Die in Frankreich geborene Madeleine (Madé) Louise Coldefy, Tochter eines Professors und einer Lehrerin, schloss 1941 ihr Studium der Altphilologie an der Universität in Toulouse ab. 1943 heiratete sie den französischen Philosophieprofessor und Psychoanalytiker Willy Baranger (1922-1994) und ging drei Jahre später mit ihm nach Argentinien. Madeleine Baranger absolvierte in Buenos Aires ihre psychoanalytische Ausbildung und spezialisierte sich zunächst auf die Kinderanalyse. Sie wurde Mitglied der Asociación Psicoanalítica Argentina (APA) und eine Anhängerin der Theorien Melanie Kleins.
Von 1954 bis 1965 lebten Madeleine und Willy Baranger in Montevideo, wo sie 1955 die Asociación Psicoanalítica del Uruguay und ein Jahr später die Zeitschrift Revista Uruguaya de Psicoanálisis ins Leben riefen. 1966 kehrte Madeleine Baranger mit ihrem Mann nach Buenos Aires zurück und ist dort als Lehranalytikerin und Supervisorin der APA tätig.
Madeleine und Willy Baranger verbanden die kleinianische Analyse mit der Gestaltpsychologie und führten 1961/62 den Feldbegriff in die Psychoanalyse ein: Danach bildet die analytische Situation ein dynamisches bipersonales Feld aus den wechselseitigen projektiven Identifizierungen von Analytiker und Analysand und ihren gemeinsamen Phantasien. In ihrem bekanntesten Aufsatz La mente del analista. De la escucha a la interpretación [Geistige Arbeit des Analytikers. Vom Zuhören zum Deuten] beschreibt Madeleine Baranger die Deutungsarbeit des Analytikers und die Blockaden, die auf dem bipersonalen Feld durch eine unbewusste Kollusion von Analytiker und Analysand entstehen. Solche von den Barangers als "Bastionen" bezeichneten Widerstände erfordern Deutungen, die sich nicht auf den Innenraum des Patienten, sondern auf das intersubjektive Feld beziehen.
Madeleine und Willy Barangers wichtigste Arbeiten sind in den Bänden Problemas del campo psicoanalitíco (1969) und The Work of Confluence. Listening and Interpreting in the Psychoanalytic Field (2009) versammelt. 1996 erhielt Madeleine Baranger den Konex Award und 2008 den Sigourney Award für ihre Leistungen auf dem Gebiet der Psychoanalyse.

Die brasilianische Psychoanalytikerin Helena Celinia Besserman stammte von polnisch-jüdischen Einwanderern ab. Sie trat mit 16 Jahren der Partido Comunista Brasileiro bei, der sie bis 1968 angehörte, und engagierte sich gegen Faschismus und die Militärdiktatur. Sie studierte in den 1950er Jahren Medizin und heiratete den Arzt Luís Guilherme Vianna, mit dem sie drei Söhne, Sérgio, Cláudio (Bussunda) und Marcos, hatte. Nach Absolvierung ihrer psychoanalytischen Ausbildung wurde Helena Besserman Vianna 1970 assoziiertes und 1976 ordentliches Mitglied der Sociedade Brasileira de Psicanálise do Rio de Janeiro (SBPRJ).
Bekannt wurde Helena Besserman Vianna durch ihre Rolle im Fall Cabernite-Lobo: Leão Cabernite, Präsident der Sociedade Psicanálitica de Rio de Janeiro (SPRJ), hatte Anfang der 1970er Jahre während der Militärdiktatur Amilcar Lobo Moreira, einen Stabsarzt der Militärpolizei, zur Lehranalyse angenommen. Lobo Moreira wurde von einer Untergrundzeitschrift als Folterer im Dienst des Regimes beschuldigt, und Helena Besserman Vianna machte mit Hilfe von Marie Langer die Affäre publik. Der damalige Präsident der IPA, Serge Lebovici, stellte sich hinter Cabernite und dementierte die Anschuldigung. Das trug Helena Bessermann Vianna nicht nur berufliche Schwierigkeiten und eine öffentliche Rüge der SBPRJ ein, sie wurde außerdem von der politischen Polizei verhört und Opfer eines Mordanschlags. Erst in den 1980er Jahren wurde sie rehabilitiert, als sich die Vorwürfe gegen Lobo erhärteten.
In ihrem Buch Não conte a ninguém [Sagen Sie es niemandem] berichtete Besserman Vianna, die auch Mitglied der International Society for the History of Psychiatry and Psychoanalysis war, ausführlich über den Fall Lobo-Cabernite und die Haltung der psychoanalytischen Organisationen angesichts von Diktatur und Folterung. Sie verfasste außerdem zusammen mit Teresa Pinheiro das Buch As bases do amor materno zum Leben und Werk von Margarethe Hilferding, dem ersten weiblichen Mitglied der WPV.
Virgínia Leone Bicudo, eine Pionierin der brasilianischen Psychoanalyse, kam am 21. November 1910 in São Paulo als Tochter einer proletarischen Familie zur Welt. Nach ihrem Lehrerinnen-Examen 1930 ließ sie sich am Instituto de Higiene e Saúde Pública in São Paulo zur Gesundheitspädagogin ausbilden. Sie studierte dann Sozialwissenschaften an der Escola de Sociologia e Política der Universität São Paulo (Abb.) und schrieb 1945 ihre Abschlussarbeit über Rassismus bei Farbigen. Nachdem Durval Marcondes, der Gründer der Sociedade Brasileira de Psicanálise, den 1939 eingerichteten ersten Lehrstuhl für Psychoanalyse an der Escola Livre de Sociologia e Política erhalten hatte, wurde sie 1941 seine Assistentin.
Wie Marcondes zählte sie 1937 zu den ersten Lehranalysanden der nach Brasilien emigrierten deutschen Psychoanalytikerin Adelheid Koch. 1944 gehörte sie als einziges nicht medizinisch ausgebildetes Mitglied der Grupo Psicanalítico do São Paulo zu den Initiatoren der Sociedade Brasileira de Psicanálise de São Paulo (SBPSP). 1945 wurde sie ordentliches Mitglied und 1955 Lehranalytikerin der SBPSP.
Nach einer weiteren Analyse Anfang der 1950er Jahre bei dem Kleinianer Frank Philips ging sie 1955 nach London, um sich bei der BPAS und an der Tavistock Clinic weiterzubilden. 1960 kehrte sie nach Brasilien zurück und wurde dort eine einflussreiche Vertreterin der Theorien Melanie Kleins.
Von 1962 bis 1975 war Virgínia Bicudo Direktorin des Instituto de Psicanálise de São Paulo, wo sie für die Aufnahme der Kinderpsychoanalyse in das Ausbildungsprogramm sorgte und sich dafür einsetzte, dass auch LaienanalytikerInnen in der SBPSP ausgebildet wurden. Sie war 1967 Mitgründerin der Zeitschrift Revista Brasileira de Psicanálise, deren Redaktion sie bis 1979 angehörte. Als eine der ersten farbigen UniversitätsprofessorInnen Brasiliens lehrte sie Psychologie an der Faculdade de Filosofia und der Escola Livre de Sociologia e Política der Universität São Paulo sowie an der Faculdade de Ciências Médicas da Santa Casa de Misericórdia de São Paulo.
1975 gründete Virgínia Leone Bicudo die Grupo de Estudos Psicanáliticos de Brasilia (GEPB), die als Sociedade de Psicanálise de Brasília (SPB) 1999 provisorisch und 2004 als Vollmitglied von der IPA anerkannt wurde.

Silvia Bleichmar wurde in Bahía Blanca in Argentinien geboren, ihr Vater, der Unternehmer Salomón Bleichmar, stammte aus einer jüdisch-kastilischen Familie. Ihr älterer Bruder Hugo Bleichmar wurde ebenfalls Psychoanalytiker. Silvia Bleichmar studierte Soziologie und Psychologie an der Universidad de Buenos Aires, sie war zweimal verheiratet und Mutter dreier Kinder. Wegen der Militärdiktatur verließ sie 1974 Argentinien und emigrierte nach Mexiko. Sie spezialisierte sich auf die Kinderpsychoanalyse und promovierte 1983 an der Universität Paris-VII bei Jean Laplanche, dem "freudianischsten Lacanianer". Ihre Doktorarbeit erschien 1985 unter dem Titel Aux origines du sujet psychique dans la clinique psychanalytique de l'enfant.
Silvia Bleichmar machte die PsychoanalytikerInnen in Mexiko mit den Schriften der französischen Psychoanalyse bekannt, die sie in ihrer seit 1981 erscheinenden Zeitschrift Trabajo del Psicoanálisis veröffentlichte. 1986 kehrte sie wieder nach Argentinien zurück. Sie lehrte an den wichtigsten Universitäten Argentiniens, Mexikos, Brasiliens, Frankreichs und Spaniens, zu ihren außeruniversitären Aktivitäten zählte u. a. die Leitung eines UNICEF-Projekts zur Unterstützung traumatisierter Kinder nach dem schweren Erdbeben 1985 in Mexiko.
Silvia Bleichmar entwickelte verschiedene innovative psychoanalytische Konzepte, u. a. das des "narcisismo trasvasante" [transvadierender, umgießender Narzissmus] als die Fähigkeit (der Mutter), den anderen (das Kind) libidinös zu besetzen, sich mit ihm zu identifizieren bei gleichzeitiger Anerkennung der Differenz. Dieser in der Objektliebe enthaltene Narzissmus, der sich nicht auf Spiegelung reduzieren lässt, bildet nach Bleichmar eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von Ethik und Moral in der Kindheit.
Eines ihrer letzten Bücher widmete sie dem Paradox der Männlichkeit, das ihr zufolge darin besteht, dass der Mann zum Mann wird, indem er notwendig die homosexuelle Phantasie, penetriert zu werden, durchqueren muss.
Silvia Bleichmar, die 2006 den Premio Konex de Platino für Psychologie erhielt, starb im Alter von 62 Jahren an Krebs.

Die chilenische Kinderanalytikerin Erika Bondiek wurde im preußischen (heute polnischen) Ostrowo geboren. Sie war die älteste Tochter des Richters Erik Bondiek und seiner Frau Marie Rukser. Gemeinsam mit ihrer Schwester Christa studierte sie in München Medizin, promovierte 1939 zum Dr. med. und begann dann ihre psychiatrische Facharztausbildung in Berlin sowie bei Henry Bunker in der Schweiz.
Angesichts der nationalsozialistischen Politik in Deutschland entschloss sich Erika Bondiek, zusammen mit ihrem Onkel Udo Rukser, der mit einer Jüdin verheiratet war, nach Chile zu emigrieren, wo sie sich 1939 in Quillota niederließen. Bald nach ihrer Ankunft lernte sie den aus Antofagasta stammenden Arzt und Senator Leonardo Guzmán Cortés (1890-1971) kennen, dessen zweite Frau sie 1940 wurde. Aus ihrer Ehe gingen die beiden Söhne Leonardo und Sergio hervor.
Nach der Anerkennung ihres Titels 1947 setzte Erika Guzmán ihre psychiatrische Ausbildung an der Clínica Psiquiátrica Universitaria in Santiago bei dem Psychoanalytiker Ignacio Matte Blanco fort. Dort leitete sie die erste psychoanalytische Gruppe für Kinder, an der auch Ximena Artaza, Ruth Riesenberg und Enrique Rosenblat teilnahmen. Aus diesem Projekt gingen die ersten chilenischen Arbeiten zur Kinderanalyse hervor.
Erika Bondiek de Guzmán war Mitglied und Lehranalytikerin der Asociación Psicoanalítica Chilena (APCh), wo sie zwischen 1955 und 1960 verschiedene Ämter innehatte, als Direktorin des Instituto de Psicoanálisis wie als Präsidentin der APCh.
Mehrmals reiste sie nach London, um sich bei der British Psycho-Analytical Society weiterzubilden und an Seminaren von Melanie Klein und Hanna Segal teilzunehmen. Sie ließ sich von Herbert Rosenfeld analysieren und lernte bei Esther Bick die Methode der Kinderbeobachtung, die sie dann in der APCh einführte. Zu ihren Analysandinnen zählten in den 1970er Jahren Liliana Pualuán, Elena Castro und Carmen Noemi.
Die in Rio de Janeiro geborene Iracy Doyle vertrat in Brasilien die kulturalistische Schule von Erich Fromm, Karen Horney und Harry Stack Sullivan. Sie studierte von 1928 bis 1935 an der medizinischen Fakultät der Universidade do Brasil und arbeitete während dieser Zeit als Grundschullehrerin. Ihr Interesse galt besonders den Problemen von Kindern, sie belegte 1929 einen Kursus in der Clínica Pediátrica Médica e Higiene Infantil, den die Policlínica de Botafogo anbot, und war in den 1930er Jahren Mitglied der Conferência Nacional de Proteção à Infância.
Ihre Postgraduierten-Ausbildung erhielt Iracy Doyle an der Johns Hopkins Medical School in Baltimore, wo sie sich bei Leo Kanner und Adolf Meyer in der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie spezialisierte. Anfang der 1940er Jahre kehrte sie nach Brasilien zurück und gründete 1943 die Clínica de Repouso da Tijuca nach dem Vorbild der Menninger-Klinik in Topeka. 1946 ging sie wieder in die USA, um am William Alanson White Institute (WAWI) in New York eine psychoanalytische Ausbildung zu machen. Ihr Lehranalytiker war Meyer Maskin, ihre Supervisorin Clara Thompson.
1949 nach Brasilien zurückgekehrt, praktizierte sie als niedergelassene Psychoanalytikerin und war Dozentin für Psychiatrie an der Universidade do Brasil. Iracy Doyle war eine der ersten Kinderpsychoanalytikerinnen in Brasilien. Zu ihren Lehranalysanden zählten Horus Vital Brasil und Hélio Pellegrino (der nach ihrem Tod seine Analyse bei Kattrin Kemper fortsetzte). 1953 gründete sie in Rio de Janeiro gemeinsam mit ihrem Bruder Américo Doyle Ferreira, Henrique de Novaes Filho und Margarida Reno in Anlehnung an das WAWI das Instituto de Medicina Psicológica (IMP), dem Iracy Doyle als Direktorin vorstand. Aus dem IMP ging 1974 die erste Sociedade de Psicanálise Iracy Doyle (SPID) hervor.
1956 bewarb sie sich mit einer Arbeit über weibliche Homosexualität, Contribuição ao estudo da homossexualidade feminina, um den Lehrstuhl für Psychiatrie an der Universidade do Brasil. Im gleichen Jahr setzte der Tod dem Wirken Iracy Doyles ein vorzeitiges Ende: sie starb an einer Enzephalitis.
Iracy Doyle veröffentlichte vier Bücher, darunter Introdução à medicina psicológica, eine Einführung in die psychoanalytisch orientierte Psychiatrie, und ungefähr sechsunddreißig Aufsätze in internationalen Fachzeitschriften. Außerdem übersetzte sie Erich Fromms Psychoanalysis and Religion ins Portugiesische. In Portugal wurde eine Straße nach ihr benannt: die "Rua Doutora Iracy Doyle" in Cascais bei Lissabon.
Die in Mexiko lebende Psychoanalytikerin Amapola González de Gaytán stammte ursprünglich aus Spanien. Obwohl sie keine medizinische Ausbildung hatte, wurde sie Mitglied der von Ärzten dominierten Asociación Psicoanalítica Mexicana (APM). Gemeinsam mit ihrem Bruder Avelino González (1920-1981) und anderen gründete sie 1972 die Grupo Mexicano de Estudios Psicoanalíticos (GMEP), eine Abspaltung von der APM, die seit 1978 den Namen Sociedad Psicoanalítica de México (SPdM) führt. Amapola González de Gaytán war von 1981 bis 1984 Präsidentin der SPdM und Mitherausgeberin der seit 1980 erscheinenden Zeitschrift Gradiva. Später gehörte sie auch zu den GründerInnen der Asociacíon Psicoanalítica Jalisciense in Guadalajara.

Die argentinische Kinderanalytikerin Elizabeth (Betty) Goode de Garma wurde in Paysandú in Uruguay geboren, wo ihr Vater, der englische Ingenieur Alfred Goode, als Berater einer britischen Gesellschaft tätig war. Ihre Mutter Anita Rasmussen stammte von nach Argentinien ausgewanderten Dänen ab. 1921 zog die Familie nach England, wo Betty Goode bis zu ihrer Pubertät lebte, um dann nach Argentinien zu gehen. Sie war als Sängerin und Tänzerin ein Star der britischen Community von Buenos Aires und erteilte außerdem privaten Englischunterricht.
Während der 1930er Jahre lernte sie Arnaldo Rascovsky und seine Frau Matilde Wencelblat kennen, die sie in die Psychoanalyse einführten. Sie begann 1942 eine Analyse bei Marie Langer und wurde Mitglied, später Lehranalytikerin der Asociación Psicoanalítica Argentina (APA). Sie heiratete den in Spanien geborenen Psychoanalytiker und APA-Mitbegründer Ángel Garma (1904-1993), von dem ihre beiden Töchter Carmen und Sylvia stammen.
Elizabeth Goode de Garmas Spezialgebiet war die Kinderpsychoanalyse auf der Grundlage der kleinianischen Theorie. Seit 1944 arbeitete sie mit Arminda Aberastury, der Begründerin der argentinischen Kinderanalyse, zusammen. 1947 analysierte Betty Garma als erste ein Kind ("Pedrito") im Alter von 21 Monaten. Ihr Fallbericht, den sie 1949 während des IPA-Kongresses in Zürich vortrug, stieß bei Melanie Klein auf großes Interesse, die bis dahin nur ältere Kinder analysiert hatte.
Zu Goode de Garmas Schwerpunkten zählte u. a. die Psychosomatik, wo sie sich besonders für Anorexia, gastrische Störungen und Tuberkulose interessierte. Neben der Analyse des damals jüngsten Kindes ist auch die erste Einrichtung einer therapeutischen Müttergruppe in Argentinien mit ihrem Namen verbunden.

Anna Kattrin Kemper wurde im westfälischen Brücherhof geboren als jüngstes von vier Kindern des Bergmanns Heinrich van Wickeren und seiner Frau Helene, geb. Broksiek. Nach einer haus- und landwirtschaftlichen Ausbildung arbeitete sie u. a. als Haushaltshilfe und Kinderbetreuerin, schließlich 1933 als Arzthelferin bei dem Psychoanalytiker Werner Kemper (1899-1976), den sie 1934 heiratete. Von 1936 bis 1938 ließ sie sich zur Graphologin ausbilden und war anschließend in diesem Beruf tätig. 1938, 1940 und 1943 wurden ihre drei Söhne geboren, von denen der älteste, Jochen Kemper, ebenfalls Psychoanalytiker wurde.
Eine erste therapeutische Analyse machte Anna Kattrin Kemper 1941/42 bei der Jungianerin Elisabeth Lambert. 1942 wurde ihr Mann Leiter der Poliklinik am Deutschen Institut für Psychologische Forschung und Psychotherapie in Berlin ("Göring-Institut"), für das sie selbst ab 1941 graphologische Gutachten anfertigte. 1943 begann sie eigenen Angaben zufolge eine psychoanalytische Ausbildung am Göring-Institut und absolvierte bis 1948 eine Lehranalyse bei Margarete Seiff (und Harald Schultz-Hencke?). Im gleichen Jahr, kurz bevor sie mit ihrem Mann nach Brasilien auswanderte, bestätigte ihr der Neopsychoanalytiker Harald Schultz-Hencke ihre Qualifikation als Analytikerin.
In Rio de Janeiro arbeitete Kattrin Kemper zunächst an einem Zentrum für Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Sie beteiligte sich am Aufbau des von ihrem Mann 1951 ins Leben gerufenen Centro de Estudos Psicanalíticos und gründete 1955 gemeinsam mit Werner Kemper und anderen die Sociedade Psicanálitica do Rio de Janeiro (SPRJ). Als Zweifel an der beruflichen Qualifikation Kattrin Kempers laut wurden, bescheinigte ihr die DPV (obwohl sie die Abschlussprüfung nicht bestanden hatte) 1953 die Befähigung zur Ausübung einer psychoanalytischen Praxis, was, nach erneuten Vorwürfen, 1962 von der IPA bestätigt wurde. 1957 erhielt sie die Zulassung als Lehranalytikerin der SPRJ.
Von dieser Zeit an spielte die temperamentvolle und unkonventionelle Kattrin Kemper ("Dona Catarina"), die sich auf die Kinderanalyse spezialisierte, eine maßgebliche Rolle in der Psychoanalyse Brasiliens, während Werner Kemper 1967 nach Deutschland zurückkehrte. Sie gründete 1969 in Absprache mit Igor Caruso den tiefenpsychologischen Arbeitskreis Circulo Psicanalítico do Rio de Janeiro (CPRJ). Ein Jahr später trat sie offiziell aus der ihrer Meinung nach zu konservative SPRJ aus.
Neben ihren Ausbildungsseminaren hielt Kattrin Kemper Kurse ab für Mütter und Eltern und führte Gruppentherapien mit Paaren durch. Sie legte Wert darauf, dass der Analytiker nicht nur neutraler Spiegel ist, sondern seine positiven Gegenübertragungen zum Ausdruck bringen soll. Ihr Vorgehen beschrieb sie in ihrem 1973 veröffentlichten Aufsatz über den Fall der autistischen kleinen Maria. Wie ihr Lehrer Schultz-Hencke lehnte sie die Freudsche Libidotheorie ab.
Kattrin Kemper setzte sich für die Laienanalyse ein und engagierte sich wie ihre Freundin, die brasilianische Psychoanalytikerin Helena Besserman Vianna, im linken und feministischen Spektrum, das die Militärdiktatur in Brasilien bekämpfte. (Artikelanfang)
Gemeinsam mit ihrem Analysanden Hélio Pellegrino rief sie die "Psychodynamischen Treffen" ins Leben, wo in öffentlicher Sitzung psychoanalytische Hilfe geleistet wurde, und gründete 1973 in Rio de Janeiro die Clinica Social de Psicanálise zur Behandlung minderbemittelter Patienten.

Die in Berlin geborene Adelheid Lucy Koch war die Tochter von Julius Schwalbe, dem deutsch-jüdischen Arzt und Schriftleiter der Deutschen Medizinischen Wochenschrift, der trotz seiner politisch konservativen Haltung das Medizinstudium für Frauen befürwortete. Adelheid Schwalbe studierte während der 1920er Jahre in Berlin Medizin, schloss ihr Studium 1924 ab und promovierte 1927. 1923 hatte sie den Rechtsanwalt Ernst Koch (1892-1984) geheiratet, ihre Töchter Esther und Eleonore wurden 1924 bzw. 1926 geboren.
1929 begann Adelheid Koch eine Ausbildung am Berliner Psychoanalytischen Institut. Ihre Lehranalyse machte sie bei Otto Fenichel, Kontrollanalytikerinnen waren Salomea Kempner und Therese Benedek. 1935 hielt sie ihren Aufnahmevortrag über die "Widerstandsanalyse in einer narzißtischen Neurose", wurde jedoch vermutlich nicht mehr in die DPG aufgenommen, sondern Direktmitglied der IPV.
1936 emigrierte Adelheid Koch mit ihrer Familie nach Brasilien und folgte 1937 der Einladung des brasilianischen Psychiaters und SBP-Gründers Durval Marcondes, in São Paulo Lehranalysen durchzuführen. Als anfangs einzige Lehranalytikerin spielte sie eine einflussreiche Rolle in der brasilianischen psychoanalytischen Bewegung. Sie bildete die Gründergeneration, darunter auch Marcondes, gemäß den Anforderungen der IPV aus und gründete 1944 mit ihren Analysanden die Sociedade Brasileira de Psicanálise de São Paulo (SBPSP), die 1951 als Organisation der IPV anerkannt wurde.
Theoretisch orientierte sich Adelheid Koch an den Ideen von Melanie Klein, deren Seminare sie 1948 in London besuchte. Sie war bis in die 1960er Jahre als Analytikerin in São Paulo tätig.

Marie Langer, die ihr Leben der Verbindung von Psychoanalye und Revolution widmete, kam in Wien als die jüngere von zwei Töchtern einer wohlhabenden assimilierten jüdischen Fabrikantenfamilie zur Welt. Marie Lisbeth Glas besuchte eine Privatschule, die von der feministischen Sozialdemokratin Eugenie Schwarzwald geleitet wurde. Auf Drängen ihrer Mutter heiratete sie einen jungen Mann aus einer konservativen katholischen Familie, die Ehe wurde nach drei Jahren wieder geschieden.
Von 1929 an studierte Marie Langer in Wien Medizin und arbeitete nach Beendigung des Studiums zunächst als Anästhesistin und dann in der Frauenabteilung der Psychiatrischen Universitätsklinik in Wien. 1933 trat sie in die KPÖ ein und beteiligte sich unter dem Namen Marie Manovil - nach ihrem zweiten Ehemann Herbert Manovil - an illegalen kommunistischen Aktionen.
Zur gleichen Zeit begann sie eine Analyse bei Richard Sterba, die nach einem Jahr als Lehranalyse weitergeführt wurde. Als sie 1936 unter der Anklage, "für den Frieden zu arbeiten" verhaftet wurde, wäre sie beinahe als Kandidatin der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen worden, weil sie gegen das von der WPV beschlossene politische Abstinenzgebot verstoßen hatte. Während der zwei Tage im Gefängnis lernte sie ihren späteren Mann, den Chirurgen Max Langer (1902-1965), kennen und ging mit ihm 1936 nach Spanien, wo beide sich bis 1938 als Ärzte der 15. Internationalen Brigade am Bürgerkrieg beteiligten.
1938 emigrierten Marie und Max Langer zunächst nach Uruguay, dann nach Argentinien, um sich 1942 in Buenos Aires niederzulassen. Hier gehörte Marie Langer 1942 zu den GründerInnen der Asociación Psicoanalítica Argentina (APA). Sie machte eine zweite Analyse bei Celes Ernesto Cárcamo und war in Lehre und Ausbildung der APA sowie im Leitungsgremium der argentinischen Psychiatrie-Gewerkschaft FAP tätig. 1959 wurde sie zur Präsidentin der APA gewählt. Sie setzte sich aus inhaltlichen wie sozialen Gründen besonders für die Gruppentherapie ein und war 1954 Mitgründerin der Asociación Argentina de Psicología y Psicoterapia de Grupo.
Für Marie Langer waren die Auffassungen Melanie Kleins prägend, insbesondere deren Theorie der frühen unbewussten Ängste, die sich um den weiblichen Körper zentrieren und das Verhältnis des Mädchens zu seiner Mutter und seiner Weiblichkeit bestimmen. In ihrem 1951 veröffentlichten Buch Maternidad y Sexo setzte sich Langer, selbst Mutter von vier Kindern, mit der Schwierigkeit von Frauen auseinander, die biologisch vorgegebenen Veränderungen und Potentiale des weiblichen Körpers in ihr Selbstbild zu integrieren. Symptome wie Frigidität, Sterilität, Fehlgeburten etc. ließen auf eine ungelöste feindselige Mutterbindung von Frauen schließen, die die Annahme der eigenen Weiblichkeit verhindere.
1969 war Marie Langer auf dem IPA-Kongress in Rom maßgeblich an der Gründung der linksoppositionellen "Plataforma" beteiligt. Zwei Jahre später, auf dem Wiener Kongress der IPA, forderte sie in ihrem Vortrag über Psychoanalyse und/oder soziale Revolution ein politisches Engagement der Psychoanalytiker im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit. Als die IPA die Veröffentlichung dieses Vortrags unterband, kündigte Langer ihre Mitgliedschaft in der APA und beteiligte sich an der Gründung der Gruppe "Documento".
Der Terror der rechtsperonistischen Alianza Anticomunista Argentina gegen linke Gewerkschafter und Intellektuelle zwang Marie Langer 1974 zur Emigration nach Mexiko, wo sie bis kurz vor ihrem Tod lebte. Neben ihrer psychoanalytischen Praxis bildete sie Psychologen an der Universidad Nacional Autónoma de México aus. (Artikelanfang)
1981 beteiligte sie sich in Nicaragua am Aufbau einer von den regierenden Sandinisten unterstützten gemeindenahen medizinisch-psychiatrischen Versorgung (Salud mental). Ein Jahr vor ihrem Tod reiste sie nach Kuba, wo sie Fidel Castro traf und ein psychoanalytisches Kolloquium organisierte.
Marie Langer starb im Alter von 77 Jahren in Buenos Aires an Lungenkrebs.

Die brasilianische Psychoanalytikerin und Dichterin Inaura Carneiro Leão publizierte 1941 ihren ersten Gedichtband Sonhos e realidades und begann im gleichen Jahr ein Medizinstudium, das sie 1946 abschloss. Ende der 1940er Jahre gehörte sie zu den ersten AnalysandInnen von Werner Kemper, der als Lehranalytiker aus Berlin nach Rio de Janeiro gekommen war. 1953 war sie Mitgründerin der Sociedade Psicanálitica de Rio de Janeiro (SPRJ). Nachdem sie sich mit Kemper entzweit hatte, beteiligte sie sich 1957 an der Gründung der Sociedade Brasileira de Psicanálise de Rio de Janeiro (SBPRJ). Seit 1965 war sie Lehranalytikerin der SBPRJ, der sie von 1979 bis 1980 auch als Präsidentin vorstand. 1989 wurde sie zur Vizepräsidentin der IPA gewählt.
Inaura Carneiro Leão führte 1980 in Brasilien die Selbstpsychologie Heinz Kohuts ein, der die narzisstischen Störungen in den Mittelpunkt seiner Theorie stellte. Sie veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten auf den Gebieten Neurologie, Psychiatrie und Psychoanalyse und hielt Vorträge in Brasilien wie im Ausland. So referierte sie 1985 auf dem IPA-Kongress in Hamburg über das Thema Identification and its vicissitudes as observed in adolescence. Zu ihren Schwerpunkten zählten Hypochondrie, Narzissmus, Identitätsprobleme von Jugendlichen, Dichtung und Wahnsinn sowie Fragen der analytischen Technik.

Zaira Bittencourt, eine Pionierin der Kinderpsychoanalyse in Brasilien, wurde in Bagé im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul geboren. Sie war die Tochter des Farmbesitzers Pedro de Bittencourt und seiner Frau Anna Thereza Mattos de Bittencourt. Als sie ungefähr elf war, schickte ihr Vater sie auf das Colégio Americano nach Porto Alegre, damals eines der fortschrittlichsten Bildungseinrichtungen für junge Mädchen. Sie absolvierte in Porto Alegre eine Lehrerinnenausbildung und lernte den Medizinstudenten Mário Alvarez Martins (1908-1981) kennen, den sie 1936 heiratete. Aus dieser Ehe gingen ihr Sohn Roberto und ihre Tochter Júlia Teresa hervor.
1944 zog die Familie Martins nach Buenos Aires, wo Zaira und Mário Martins 1945/46 eine psychoanalytische Ausbildung bei der Asociación Psicoanalítica Argentina machten. Zaira Martins' Lehranalytiker war Celes Cárcamo, ihre kinderanalytische Ausbildung erhielt sie von Arminda Aberastury. Nach ihrer Rückkehr nach Porto Alegre im Jahr 1947 gründeten Mário und Zaira Martins die psychoanalytische Studiengruppe von Porto Alegre, die 1961 als Study Group und 1963 als Sociedade Psicanalítica de Porto Allegre (SPPA) von der IPA anerkannt wurde.
Obwohl Laienanalytikerin, war Zaira Bittencourt Martins eine einflussreiche Vertreterin der kleinianischen Kinderanalyse in Brasilien. Neben den Theorien Melanie Kleins übernahm sie auch Ansätze von Donald Winnicott, Frances Tustin und Margaret Mahler. Seit Anfang der 1960er Jahre koordinierte sie eine Studiengruppe zur Kinderanalyse in der SPPA und kontrollierte als Supervisorin des SPPA-Lehrinstituts die Fälle der ersten Generation von KinderanalytikerInnen.
Zaira Martins starb im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Herzoperation.

Die brasilianische Psychoanalytikerin und Schriftstellerin Betty Milan wurde in São Paulo geboren. Mit achtzehn begann sie ein Medizinstudium an der Universität São Paulo, das sie 1968 abschloss. Während ihres Studiums machte sie eine Analyse bei Isaias Melsohn, einem Mitglied der Sociedade Brasileira de Psicanálise (SBP). Sie spezialisierte sich als Psychiaterin und arbeitete an verschiedenen Kliniken in Brasilien sowie in Irland in der Therapeutischen Gemeinschaft von Maxwell Jones. Außerdem absolvierte sie eine Psychodrama-Ausbildung am Moreno-Insitut in Beacon, New York, und eine Ausbildung zur Psychoanalytikerin bei der SBP.
1970 promovierte Betty Milan an der Universität São Paulo im Fach Psychiatrie. Im gleichen Jahr wurde sie wegen ihrer unkonventionellen beruflichen Praxis aus der SBP ausgeschlossen. Sie ging nach Frankreich, um von 1973 bis 1978 eine Analyse bei Jacques Lacan zu machen, dessen Assistentin sie an der Universität Paris-VII wurde. 1979 erschien ihre portugiesische Übersetzung von Lacans Seminar I: Os escritos técnicos de Freud. Ihre Ausbildung bei Lacan inspirierte sie auch zu ihrem Roman O papagaio e o doutor. In Paris lernte sie den Lacan-Schüler Magno Machado Dias kennen und gründete mit ihm 1975 das Colégio Freudiano do Rio de Janeiro, die erste lacanianische Vereinigung in Brasilien, in der sie bis 1986 aktiv war.
Betty Milan widmet sich seit Mitte der 1980er Jahre vor allem dem Schreiben von Essays und Romanen. Sie führt Interviews mit meist französischen Künstlern und Intellektuellen und befasst sich in ihren Büchern u. a. mit Phänomenen der brasilianischen Kultur wie dem Karneval und dem Fußball.
Die brasilianische Ärztin, Psychoanalytikerin und Dichterin Marialzira Perestrello wurde in Rio de Janeiro geboren als eine von vier Töchtern des Juristen Francisco Cavalcanti Pontes de Miranda und seiner ersten Frau Maria Beatriz Pontes de Miranda. Sie beendete 1939 ihr Medizinstudium an der Universidade do Brasil in Rio de Janeiro und ging 1946 nach Buenos Aires, um bei der Asociación Psicoanalítica Argentina (APA) eine psychoanalytische Ausbildung zu machen. Ihr Lehranalytiker war Enrique Pichon Rivière, einer der APA-Gründer. Sie wurde außerordentliches Mitglied der APA und kehrte 1949 nach Rio de Janeiro zurück.
Wie ihr Mann Danilo Perestrello (1916-1989) gehörte sie zu den sog. Argentiniern (den in Argentinien ausgebildeten AnalytikerInnen), die 1957 in Rio de Janeiro gemeinsam mit Anhängern von Mark Burke eine zweite psychoanalytische Gruppe (neben Werner Kempers SPRJ) gründeten: die 1959 von der IPA anerkannte Sociedade Brasileira de Psicanálise de Rio de Janeiro (SBPRJ). Marialzira Perestrello hatte in der SBPRJ verschiedene Ämter inne, darunter auch das der Präsidentin. Sie beteiligte sich außerdem am Aufbau der Clínica de Orientaçao da Infância am Instituto de Psiquiatria der Universidade do Brasil.
Marialzira Perestrello interessierte sich besonders für die Geschichte der Psychoanalyse, sie war Mitherausgeberin der Zeitschrift Psychoanalysis and History und veröffentlichte - neben ihrem poetischen Werk - zahlreiche Arbeiten zu diesem Thema. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beziehung zwischen Psychoanalyse, Literatur und Kunst. 2005 wurde sie auf dem Internationalen Psychoanalytischen Kongress in Rio de Janeiro für ihre Verdienste als Pionierin, Historikerin und Lehrerin geehrt.

Die mexikanische Psychoanalytikerin Estela G. de Remus schloss 1945 ihr Chemiestudium ab und ging 1950 gemeinsam mit ihrem Mann, dem Arzt José Remus Araico, nach Buenos Aires, um sich bei Arnaldo Rascovsky und Marie Langer zur Psychoanalytikerin ausbilden zu lassen. Während dieser Zeit arbeitete sie bei Enrique Pichon-Rivière am Hospicio de las Mercedes.
Nach ihrer Rückkehr beteiligte sie sich 1956 wie ihr Mann an der Gründung der Asociación Psicoanalítica Mexicana (APM), wo sie damals zu den wenigen LaienanalytikerInnen gehörte. 1967 waren Estela und José Remus Mitgründer der Asociación Mexicana de Psicoterapia Analítica de Grupo (AMPAG), traten jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten bald wieder aus. Estela G. de Remus spezialisierte sich in der Kinderpsychoanalyse und ist heute als Lehranalytikerin und Supervisorin am Instituto de Psicoanálisis de la Asociación Psicoanalítica Mexicana tätig.
Die argentinische Psychoanalytikerin Matilde Wencelblat stammte aus einer spanisch-jüdischen Mittelschichtsfamilie, ihr Vater war Kaufmann. Sie war zunächst Grundschullehrerin und heiratete 1928 den Kinderarzt und späteren APA-Mitgründer Arnaldo Rascovsky (1907-1995). Die Kinder aus ihrer Ehe, Raquel und Andrés, wurden ebenfalls Psychoanalytiker.
Von 1936 an traf sich bei den Rascovskys eine informelle psychoanalytische Arbeitsgruppe, an der u. a. Matildes Bruder Simón Wencelblat, Enrique Pichon-Rivière, Arminda Aberastury, Luisa Gambier, Alberto Tallaferro, Flora Scolni und Teodoro Schlossberg teilnahmen, die den Gründungskern der argentinischen Psychoanalyse bildeten. Matilde Wencelblat de Rascovsky machte eine Lehranalyse bei Ángel Garma und wurde Mitglied der 1942 gegründeten Asociación Psicoanalítica Argentina (APA).
Sie interessierte sich wie ihr Mann für die Psychologie der Frau, für die Kindstötung (Filizid) und die Problematik des Inzests. In ihrer vielbeachteten Studie On consummated incest beschrieben Matilde und Arnaldo Rascovsky den Fall einer Patientin Matilde Rascovskys, die bis zu ihrem 26. Lebensjahr eine inzestuöse Beziehung zu ihrem Vater (und zu Vatersubstituten) unterhielt. Der vollzogene Inzest mit dem Vater, so ihr Fazit, sei die Reaktion auf eine extrem frustrierende Mutter-Beziehung und diene in diesem Fall der Vermeidung einer Psychose. So seien bei vergleichbaren Fällen einer ausgeprägt inzestuösen Beziehung ohne den Vollzug des Inzests manisch-depressive Züge zu beobachten.

Die Psychiaterin und kleinianisch orientierte Psychoanalytikerin Frida Zmud wurde zwar in Paraguay geboren, war jedoch Argentinierin jüdischer Abstammung. Sie machte in Buenos Aires bei der Asociación Argentina de Psicología y Psicoterapia de Grupo eine Ausbildung zur Gruppenanalytikerin und war Mitglied der Asociación Psicoanalítica Argentina. Nach ihrer Emigration nach Mexiko gehörte sie der Asociación Psicoanalítica Mexicana an, und 1967 gründete sie gemeinsam mit Gustavo Quevedo, José Luis González Chagoyán und anderen die Asociación Mexicana de Psicoterapie Analitica de Grupo (AMPAG).
Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Beteiligung an einem 1961 begonnenen psychoanalytischen Experiment im Benediktiner-Kloster Santa María de la Resurrección bei Cuernavaca in Mexiko. Im Auftrag des aus Belgien stammenden Priors Gregorio Lemercier führten Frida Zmud und der mexikanische Psychoanalytiker Gustavo Quevedo (beide nicht katholisch) Gruppenpsychoanalysen mit ungefähr 50 Mönchen dieses Klosters durch, bis der Vatikan 1967 dem Projekt ein Ende setzte. Frida Zmud legte den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Förderung der Kreativität der Gruppenmitglieder. Den meisten der von ihr therapierten Mönchen gelang es, sich aus der Abhängigkeit von der klösterlichen Gemeinschaft zu lösen und einer beruflichen oder künstlerischen Tätigkeit zuzuwenden.
Frida Zmud nahm sich 1987 das Leben.