Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon

Psychoanalytikerinnen in Frankreich

Geschichte

Liliane Abensour
Annie Anzieu
Jenny Aubry
Piera Aulagnier
Marie Balmary
Ilse Barande
Laurence Bataille
Anne Berman
Marie Bonaparte
Françoise Boulanger (Kanada)
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Maud Mannoni
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Catherine Millot
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Michèle Montrelay
Sophie Morgenstern
Marie Moscovici
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Catherine Parat
Ginette Raimbault
Blanche Reverchon-Jouve
Élisabeth Roudinesco
Monique Schneider
Eugénie Sokolnicka
Anne-Lise Stern
Maria Torok
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In ihrem 1953 erschienenen Buch Enfance abandonée berichtete Jenny Aubry über ihre Arbeit mit hospitalismusgeschädigten Kindern in der Fondation Parent de Rosan und den Erfolg der Psychoanalyse bei der Vorbeugung und Behandlung von Psychosen. Ihre Pionierleistung bestand vor allem darin, psychoanalytische Erkenntnisse und Prinzipien im Bereich nicht-psychiatrischer Kliniken eingeführt zu haben. Ab 1952 in der Poliklinik des Boulevard Ney tätig, dehnte sie ihre Aktivität auch auf die Prävention von Schulproblemen aus und entwickelte eine Art Gruppentherapie für Kindergärten.
Von 1963 bis 1968 leitete Jenny Aubry die Kinderabteilung am Pariser Hôpital des Enfants Malades und richtete dort die erste psychoanalytische Beratungsstelle Frankreichs ein. Nach ihrer Pensionierung 1968 zog sie nach Aix-en-Provence, wo sie entscheidend zur Verbreitung der lacanianisch orientierten Psychoanalyse in Südfrankreich beitrug. Nachdem Pierre Aubry 1972 gestorben war, kehrte sie nach Paris zurück und war dort als Lehranalytikerin tätig. Eine Sammlung ihrer Aufsätze erschien posthum unter dem Titel Psychanalyse des enfants séparés. Etudes cliniques 1952-1986.



































































Ihr Buch Die Couch ist kein Prokrustesbett ist den vielfältigen, auf der angeborenen Bisexualität beruhenden Formen menschlicher Sexualität gewidmet. So bedeutet z. B. weibliche Homosexualität für McDougall keine pathologische Abweichung: Homosexuelle Wünsche des Mädchens gegenüber der Mutter seien Bestandteil der weiblichen Entwicklung und erfahren im Leben hetero- oder homosexueller Frauen lediglich unterschiedliche Ausgestaltungen.
Joyce McDougall, die Mitglied des Center for Advanced Psychoanalytic Studies und der New York Freudian Society war, veröffentlichte neben ihren Büchern zahlreiche Aufsätze in psychoanalytischen Zeitschriften und Fachbüchern. Sie starb im Alter von 91 Jahren in London.





Nachdem Lacan 1980 die EFP aufgelöst hatte, gehörte Michèle Montrelay keiner psychoanalytischen Gruppierung mehr an. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Paris.













Blanche Reverchon-Jouve behandelte überwiegend wohlhabende PatientInnen und Künstler, darunter den belgischen Schriftsteller und Psychotherapeuten Henry Bauchau, der sie in seinem ersten Roman La dechirure als "Sybille" porträtierte.








Obwohl sie in dem Ruf einer begabten Klinikerin stand, verlor Eugénie Sokolnicka 1923 ihre Stelle am Sainte-Anne, auf Betreiben des neuen Direktors Henri Claude, der keine nicht-ärztlichen AnalytikerInnen akzeptierte. Sie eröffnete eine Privatpraxis, hatte aber mit den Jahren immer weniger Patienten. In der psychoanalytischen Bewegung spielte sie Anfang der 1930er Jahre keine bedeutende Rolle mehr. Unter Depressionen leidend, bedrückt durch Armut, Wurzellosigkeit und die nationalsozialistische Bedrohung, nahm sie sich 1934 das Leben.









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