|
Marie Bonaparte (Frankreich) Anna Potamianou |

Anna Pipineli-Potamianou studierte in Paris und Athen Psychologie und promovierte 1958 in diesem Fach. In Paris arbeitete sie am Kinderkrankenhaus Hôpital des Enfants Malades mit den französischen Psychoanalytikern Serge Lebovici und René Diatkine zusammen. Inspiriert durch die Psychiatriereformen in Frankreich, gründete Anna Potamianou 1956 in Athen das Centre d'hygiène mentale et de recherches / Centre of Mental Health and Research (CMHR), die erste reformpsychiatrische Institution Griechenlands, dessen Direktorin sie von 1957 bis 1967 war. Nach dem Staatstreich der Junta unter Georgios Papadopoulos im Jahr 1967 kam das CMHR unter staatliche Aufsicht.
Anna Potamianou absolvierte eine psychoanalytische Ausbildung am Institut de Psychanalyse in Paris, beendete sie 1973 und wurde anschließend Mitglied und Lehranalytikerin der Société Psychanalytique de Paris (SPP). Nach dem Sturz der Junta im Jahr 1974 kehrte sie nach Griechenland zurück und nahm wieder ihren Posten als wissenschaftliche Direktorin an der Spitze des CMHR ein.
1982 gehörte Anna Potamianou neben Peter Hartocollis, Panagiotis Sakellaropoulos und Stavroula Beratis zu den GründerInnen der Hellenic Study Group, die 2001 als Hellenic Psychoanalytical Society (HPS) Mitglied der IPA wurde. Neben ihrer psychoanalytischen Privatpraxis ist Anna Potamianou Professorin an der Pantios Universität in Athen.
In ihrem viel beachteten Buch Hope. A Shield in the Economy of Borderline States beschreibt Potamianou anhand von Literaturbeispielen, Mythen und Fallgeschichten, auf welche Weise Borderline Patienten eine realitätsverleugnende Hoffnung zum Schutz gegen Veränderung und zur Aufrechterhaltung von Allmachtsgefühlen einsetzen. Dabei beruft sie sich auf theoretische Ansätze von Heinz Kohut, Otto Kernberg und Donald W. Winnicott.