Psychoanalytikerinnen. Biografisches Lexikon

Psychoanalytikerinnen in Russland

Geschichte

Lou Andreas-Salomé (Deutschland)
Esther Aptekmann (Schweiz)
Rosa Awerbuch
Fanny Chalewsky (Schweiz)
Sophie Erismann (Schweiz)
Lia Geschelina
Fanya Lowtzky (Israel)
Anna Mänchen-Helfen (Österreich)
Sara Neiditsch
Mira Oberholzer (Schweiz)
Tatjana Rosenthal
Anna Smeliansky (Israel)
Vera Schmidt
Sabina Spielrein

Zu den Interessensgebieten Rosa Awerbuchs gehörte die psychoanalytische Deutung des philosophischen Werks von Wassili Rosanow. Über ihr Schicksal nach 1930 ist nichts bekannt.





Tatjana Rosenthal nahm sich im Alter von 36 Jahren in Petersburg das Leben. Sie hinterließ ein kleines Kind. Ihre Freundin Sara Neiditsch schilderte sie in ihrem Nachruf als eine äußerlich kühle, tatkräftige und rationale, aber innerlich unruhige, romantisch-mystische Persönlichkeit mit hohen Idealen. Vermutlich hing ihr Freitod auch mit der Enttäuschung über die zunehmend repressiven politischen Verhältnisse in Russland zusammen.


Vera Schmidt, die 1922 Gründungsmitglied der Russischen Psychoanalytischen Vereinigung (RPV) war und zwischen 1927 und 1930 als deren Sekretärin fungierte, absolvierte in den 1920er Jahren offenbar ein Medizinstudium, denn ab 1927 führte sie den Doktortitel. Von 1925 bis 1929 arbeitete sie am Institut für höhere Nervenfunktionen der Kommunistischen Akademie in Moskau. Nach der Auflösung der RPV 1930 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für experimentelle Defektologie der Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der UdSSR. Sie starb im Alter von 48 Jahren an einem Schilddrüsentumor.



© 2007-2014  Brigitte Nölleke       Letzte Änderung: 19.10.2014