Pioniere der psychoanalytischen Bewegung in Israel waren die beiden Psychiater David Eder aus London und Dorian Feigenbaum aus Wien, die im Zuge der zionistischen Besiedelung 1920 die erste psychoanalytische Gruppe in Jerusalem gründeten. Eder, der bereits 1913 in England die erste psychoanalytische Vereinigung mitgegründet hatte, kam 1918 als politischer Sekretär einer zionistischen Kommission nach Jerusalem. Feigenbaum war 1920 nach Palästina ausgewandert und leitete als medizinischer Direktor das psychiatrische Krankenhaus der Esrat-Nashim-Gemeinde in Jerusalem. Beide verließen das Land jedoch bald wieder, Eder kehrte 1922 nach England zurück und Feigenbaum ging 1924 nach New York.
Den Boden für die Psychoanalyse bereiteten in den 1920er Jahren vor allem Pädagogen, die von dem psychoanalytisch und marxistisch inspirierten reformpädagogischen Ansatz Siegfried Bernfelds beeinflusst waren. Zu ihnen gehörten David Idelsohn und Smuel Golan, die an der Entwicklung eines neuartigen Schulsystems in der Kibbuz-Bewegung beteiligt waren und später in Berlin und Wien ihre psychoanalytische Ausbildung erhielten. Die Kibbuzim versuchten, psychoanalytisches Wissen für eine progressive Erziehung und bessere menschliche Beziehungen im Sinne der zionistisch-sozialistischen Weltanschauung einzusetzen.
Die Institutionalisierung der psychoanalytischen Bewegung in Israel begann jedoch erst mit der Vertreibung und Emigration jüdischer PsychoanalytikerInnen aus dem nationalsozialistischen Deutschland. Initiator war Max Eitingon, ein enger Mitarbeiter Sigmund Freuds und Leiter des Berliner Psychoanalytischen Instituts, der 1933 nach Palästina emigrierte. Ende 1933 verkündete er in einem Rundbrief an Freuds Geheimes Komitee die Gründung der Palästinensischen Psychoanalytischen Vereinigung Chewrah Psychoanalytith b'Erez Israel (CPI) in Tel Aviv. Im Mai 1934 - zu Sigmund Freuds Geburtstag - nahm die CPI offiziell ihre Arbeit auf, und im Oktober desselben Jahres wurde in Jerusalem das Lehrinstitut der CPI - das Palestine (später Israel) Institute of Psychoanalysis - mit angegliederter Poliklinik eröffnet.
Die sechs GründerInnen waren Max Eitingon, Ilja Schalit, Anna Smeliansky, Mosche Wulff, Martin Pappenheim und Kilian Blum - alle bis auf Pappenheim, der der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung (WPV) angehörte, Mitglieder der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG). Vier von ihnen, Eitingon, Schalit, Smeliansky und Wulff, stammten aus Russland. Mosche Wulff hatte 1922 die Russische Psychoanalytische Vereinigung mitgegründet, war 1927 von Moskau nach Berlin übergesiedelt und 1933 nach Tel Aviv emigriert. Hinzu kam später Fanny Lowtzky als das fünfte deutschsprachige Mitglied russischer Herkunft.
Im Laufe der 1930er Jahre emigrierten weitere PsychoanalytikerInnen aus Deutschland und Österreich nach Palästina: Lilli Peller-Roubiczek (WPV), Margarete Brandt, Eitingons Lehranalysandin aus Berlin, Smuel (Goldschein) Golan, David Idelsohn, Erich Gumbel (der erste Ausbildungskandidat des Jerusalemer Instituts), Daniel Dreyfuß, Gershon und Gerda Barag, Josef Friedjung (WPV), Berta Grünspan (WPV), Fanja Lowtzky (DPG) und Heinrich Zvi Winnik (WPV). Hinzu kam Margarete Obernik-Reiner, die schon länger in Palästina lebte und bereits der Eder/Feigenbaum-Gruppe angehört hatte.
Eitingon, erster Präsident der CPI, leitete die Ausbildung in Jerusalem, Wulff in Tel Aviv und Schalit in Haifa. Nach Eitingons Tod 1943 übernahm Margarete Brandt die Leitung des Lehrinstituts, das im gleichen Jahr in Max Eitingon Institute of Psychoanalysis umbenannt wurde, und Wulff wurde Präsident der CPI. Auf ihn folgte Mitte der 1950er Jahre Erich Gumbel, der mit kurzen Unterbrechungen über zwei Jahrzehnte lang der CPI vorstand und die Entwicklung der Vereinigung wesentlich mitprägte.
Die Psychoanalyse erreichte in Israel zuerst Lehrer, Fürsorger und ähnliche Berufe, daher bildete die Beschäftigung mit psychoanalytischer Pädagogik einen Schwerpunkt der CPI. Eine der ersten pädagogischen Institutionen neben den Kibbuzim, die auf psychoanalytische Beratung setzten, war die von Henrietta Szold geleitete "Jugend-Aliyah", die Einwanderungsabteilung für Kinder und Jugendliche der Jewish Agency. Auf Eitingons Anregung hin betreute der Wiener Kinderarzt und Analytiker Josef Friedjung von 1940 bis 1945 die Jugendgruppen dieser Organisation. Von den Psychoanalytikern, die mit der Kubbuz-Bewegung zusammenarbeitete, ist besonders Smuel Golan zu erwähnen, CPI-Mitglied und Mitgründer des Kibbuz-Verbandes Arzi. Als Leiter des zentralen Erziehungskomitees von Arzi setzte er sich für die Umsetzung psychoanalytischer Konzepte in der Kibbuz-Erziehung ein.
Während der 1940er und Anfang der 1950er Jahre engagierten sich besonders Martin Pappenheim, Fanny Lowtzky, Ilja Schalit und Mosche Wulff in der Psychohygiene- bzw. Mental-Hygiene-Bewegung. Ab 1940 bot Fanny Lowtzky am Palestine Psychoanalytic Institute ein psychoanalytisches Seminar für Lehrer an. Dieses Seminar wurde von der Hadassah Medical Organisation finanziell gefördert und führte 1942 zur Gründung der Palestine Association for Mental Hygiene.
1948, im Jahr der Gründung des Staates Israel, wurde die Palestine Psychoanalytic Society in Israel Psychoanalytic Society, hebräisch Chewrah Psychoanalytith b'Israel (CPI), umbenannt. War die CPI bis Ende der 1940er Jahre noch stark von ihrem europäischen Hintergrund geprägt - Deutsch war die Sprache, in der wissenschaftliche Sitzungen, Lehrveranstaltungen und die meisten Analysen abgehalten wurden -, so änderte sich dies, als mit der Umbenennung Hebräisch und Englisch zu Geschäftssprachen der Gesellschaft wurden. Seit Beginn der 1950er Jahre nahm vor allem der Einfluss der amerikanischen Psychoanalyse zu, befördert durch Gastdozenten aus den USA wie durch die Ernennung amerikanischer Analytiker als "Corresponding Members" der CPI in den USA ab 1963.
Nachdem Milton Rosenbaum 1953 die Abteilung für Psychiatrie an der Medizinischen Fakultät der Hebrew University aufgebaut und dort die Psychoanalyse eingeführt hatte, interessierten sich immer mehr Ärzte für eine psychoanalytische Ausbildung. In den 1970er Jahren betrug das Verhältnis von Medizinern zu nicht-ärztlichen Mitgliedern bereits 2:1, was der CPI die Auseinandersetzungen um die "Laienanalyse" bescherte. Erst in den 1990er Jahren kehrte sich dieses Verhältnis wieder um. Die ersten PsychoanalytikerInnen, die in Israel ein psychiatrisches Krankenhaus leiteten, waren in den 1950er Jahren Heinrich Winnik und Ruth Jaffe, eine Schülerin Wulffs.
Ein besonderes Anliegen Eitingons und Freuds war die Einrichtung eines Lehrstuhls für Psychoanalyse an der Hebrew University. Zwar lehrten dort in den 1950er Jahren Analytiker an der Medizinischen Fakultät, aber zu einer eigenen Professur kam es erst 1977, als dank der Initiative von Martin Wangh auf dem 30. IPA-Kongress in Jerusalem der Sigmund-Freud-Lehrstuhl eingeweiht wurde. Diesem aus Spenden von IPA-Mitgliedern finanzierten Lehrstuhl, dessen erster Inhaber Joseph Sandler aus London war, ist das Sigmund Freud Center for Study and Research in Psychoanalysis angegliedert.
Zu den Themen, mit denen sich israelische AnalytikerInnen auseinandersetzen, gehören Probleme der Holocaust-Überlebenden und der zweiten Generation ebenso wie die Erforschung und Behandlung der psychischen Folgen des israelisch-arabischen Konflikts und der daraus resultierenden Kriege. CPI und Freud Center organisierten einen Dialog zwischen israelischen und deutschen Analytikern, für den sich besonders Hillel Klein, selber ein Auschwitz-Überlebender, einsetzte.
Die Israel Psychoanalytic Society ist Mitglied der International Psychoanalytical Association und der European Psychoanalytical Federation. Sie hatte in den 1950er und 1960er Jahren zwischen 21 und 27 Mitglieder und umfasst heute an die 200 Mitglieder - bei einer Bevölkerung von rund 7,6 Millionen Einwohnern.