Die Lehre Sigmund Freuds fand zu Anfang des 20. Jahrhunderts wenig Anklang in den psychiatrischen, philosophischen und psychologischen Kreisen des wilhelminischen Deutschlands, das Max Eitingon einmal als klassisches Land des Widerstands gegen die Psychoanalyse bezeichnete. Der Beginn der deutschen psychoanalytischen Bewegung wird allgemein mit dem Jahr 1908 angesetzt, als der Psychiater Karl Abraham in Berlin einen Arbeitskreis für Psychoanalyse ins Leben rief. Seine Mitstreiter waren die Ärzte Magnus Hirschfeld, Iwan Bloch, Otto Juliusburger und Heinrich Körber; hinzu kamen später Max Eitingon und Mosche Wulff. Diese Berliner Psychoanalytische Vereinigung (BPV) bildete 1910 die erste Ortsgruppe der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV). Zu ihren Mitgliedern zählten 1911 vier Frauen: Mira Gincburg, Tatjana Rosenthal, Karen Horney und Margarete Stegmann. Nach der Gründung weiterer psychoanalytischer Ortsgruppen in Leipzig, Frankfurt und Hamburg wurde die BPV 1926 in Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG) umbenannt. Eine seit 1911 bestehende Münchner Ortsgruppe der IPV um den Nervenarzt Leonhard Seif löste sich nach dem Bruch zwischen Freud und Carl Gustav Jung wieder auf.
Ein weiteres wichtiges Datum in der Geschichte der deutschen Psychoanalyse war das Jahr 1920, als Ernst Simmel - Mitglied im Verein sozialistischer Ärzte -, Max Eitingon und Karl Abraham das Berliner Psychoanalytische Institut (BPI) gründeten, eine psychoanalytische Poliklinik mit angegliederter Lehranstalt, die zum Vorbild für alle weiteren psychoanalytischen Institutsgründungen werden sollte. Die Poliklinik für die psychoanalytischen Behandlung nervöser Krankheiten war für die Aufnahme breiter Bevölkerungsschichten gedacht, die Patienten konnten die Kosten für ihre Therapie selbst bestimmen. 1923 führte Eitingon erstmals verbindliche Standards für eine psychoanalytische Ausbildung ein, mit Theorieseminaren, obligatorischer Lehranalyse und Kontrollanalysen. Bereits ein Jahr später wurde die Psychoanalyse von den Krankenkassen als psychotherapeutische Behandlungsmethode anerkannt. Zusätzlich zur Poliklinik wurde 1927 in Berlin das psychoanalytische Sanatorium Schloss Tegel eröffnet, das bis zu seiner Schließung 1931 von Simmel geleitet wurde.
Die DPG erfuhr nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie und der Etablierung des antisemitischen Horthy-Regimes in Ungarn einen Zustrom österreichischer und ungarischer AnalytikerInnen. So kamen aus Wien u. a. Hanns Sachs, Theodor Reik, Siegfried Bernfeld, Otto Fenichel und Wilhelm Reich, aus Budapest Sándor Radó, Therese Benedek, Franz Alexander, Jenö Harnik, Georg Gerö und Melanie Klein.
Die Reputation des Instituts, aber auch das intellektuelle Nachkriegsklima der deutschen Hauptstadt übten große Anziehungskraft auf Studenten des In- und Auslandes aus, so dass Berlin in den 1920er Jahren zum Mittelpunkt der internationalen psychoanalytischen Bewegung wurde. Ein Vortrag Abrahams über den weiblichen Kastrationskomplex im Jahr 1920 erwies sich für die Diskussion der weiblichen Sexualität als bahnbrechend. In der Folge entstanden die klassisch gewordenen Arbeiten zu diesem Thema von Karen Horney, Helene Deutsch, Melanie Klein, Josine Müller (alle Analysandinnen von Abraham), Therese Benedek und Lou Andreas Salomé.
Obwohl mit Karen Horney erstmals eine Frau in den Ausbildungsausschuss berufen worden war, herrschte im Berliner Institut eine patriarchalisch-hierarchische Struktur, weshalb sich einige jüngere Ausbildungskandidaten 1924 zu einem inoffiziellen Diskussionszirkel zusammenschlossen, der von Otto Fenichel und Harald Schultz-Hencke geleitet und "Kinderseminar" genannt wurde. Innerhalb dieser heterogenen Gruppe bildete sich 1932 eine Fraktion marxistischer PsychoanalytikerInnen, die u. a. aus Otto Fenichel, Wilhelm und Annie Reich, Edith Glück-Gyömröi, Barbara Lantos und Edith Jacobssohn bestand. Von 1934 bis 1945 blieben die Mitglieder und Sympathisanten dieser Gruppe trotz Emigration durch die von Fenichel verschickten "Rundbriefe" miteinander in Kontakt.
In mehreren deutschen Städten etablierten sich psychoanalytische Arbeitsgemeinschaften, so 1927 die Leipziger Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft der DPG, die Therese Benedek leitete, und 1931 die Hamburger Studiengruppe, ins Leben gerufen von August Watermann und Clara Happel. 1922 gründete der in Stuttgart praktizierende Heinrich Meng zusammen mit Frieda Fromm-Reichmann und Erich Fromm die Südwestdeutsche Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft, die ihr Zentrum in Heidelberg hatte und an deren Veranstaltungen auch der "wilde Analytiker" Georg Groddeck teilnahm. Mengs Anliegen war, die Psychoanalyse zur Aufklärung der ärmeren Bevölkerungsschichten einzusetzen. Die Südwestdeutsche Arbeitsgemeinschaft überlebte die Machtergreifung Hitlers nicht, im Unterschied zu einer anderen, 1930 von Gustav Graber in Stuttgart initiierten psychoanalytischen Arbeitsgruppe, der auch Felix Schottlaender angehörte. Diese ging 1938, um einen jungianischen Arbeitskreis erweitert, in der Zweigstelle Württemberg und Baden des Deutschen Instituts für Psychologische Forschung und Psychotherapie ("Göring-Institut") auf.
In Frankfurt am Main ging aus der 1926 gegründeten, später mit der Südwestdeutschen identischen Frankfurter Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft (mit Karl Landauer, Happel, Fromm, Fromm-Reichmann, Meng, Ewald Roellenbleck und Franz Stein) 1929 das einzige weitere Lehrinstitut neben Berlin hervor: das Frankfurter Psychoanalytische Institut (FPI). Seine Leitung übernahmen Karl Landauer und Heinrich Meng. Das FPI verfügte durch seine Nähe zum Frankfurter Institut für Sozialforschung, an dem Theodor Adorno, Max Horkheimer, Herbert Marcuse und Erich Fromm lehrten, über eine Anbindung an die Universität. Der Schwerpunkt des FPI, das ab 1930 auch Kurse in Heidelberg abhielt, lag auf der theoretischen Verbindung von Marxismus und Psychoanalyse. Eine 1930 eröffnete angeschlossene Poliklinik, die Siegmund Heinrich Fuchs (Foulkes) leitete, musste zwei Jahre später aus Geldmangel wieder schließen.
Die Verleihung des Goethepreises der Stadt Frankfurt an Sigmund Freud im Jahr 1930 markierte einen Höhepunkt an öffentlicher Wertschätzung seiner Lehre in Deutschland. Drei Jahre später wurden seine Schriften "den Flammen übergeben". Die vielversprechende Entwicklung der deutschen Psychoanalyse brach jäh ab, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen und die in der Mehrzahl jüdischen PsychoanalytikerInnen zur Emigration gezwungen waren. Bis 1934 verließen 32 von 56 DPG-Mitgliedern Deutschland.
Nachdem die DPG anfangs eine Selbstauflösung erwogen hatte, verlegte sie sich unter Führung von Felix Boehm, Carl Müller-Braunschweig und Werner Kemper auf eine "Rettung" der deutschen Psychoanalyse - unterstützt durch den damaligen IPV-Präsidenten Ernest Jones und mit anfänglicher Billigung Freuds, der zu dem Zeitpunkt in erster Linie an der Ausschaltung "innerer Feinde" wie Wilhelm Reich und Harald Schultz-Hencke interessiert war. In Abgrenzung zu linken KollegInnen - insbesondere Edith Jacobssohn, die einer Widerstandsgruppe angehörte und verhaftet worden war - beschloss die DPG 1935 ein politisches Abstinenzgebot. Im gleichen Jahr wurden die noch verbliebenen neun jüdischen Mitglieder, unter ihnen Therese Benedek und Salomea Kempner, zu einem "freiwilligen" Austritt gedrängt.
1936 ging das Berliner Psychoanalytische Institut in dem neu gegründeten Deutschen (später Reichs-) Institut für Psychologische Forschung und Psychotherapie auf, wo alle psychotherapeutischen Richtungen unter dem Dach der "Deutschen Seelenheilkunde" vereint waren. Dieses Institut hieß nach seinem Leiter, dem Nervenarzt und Adlerianer Matthias Heinrich Göring, einem Vetter des Reichsmarschalls Hermann Göring, auch Göring-Institut (Abb.: Göring-Institut 1941). 1938 löste die DPG sich auf, und die Freudianer führten als "Arbeitsgruppe A" im Göring-Institut ein Nischendasein. Die jüdischen DPG-Mitglieder Karl Landauer, August Watermann und Salomea Kempner wurden deportiert und ermordet, das Institutsmitglied John Rittmeister als Widerstandskämpfer hingerichtet.
Nach dem Krieg erfolgte der Wiederaufbau der DPG durch Boehm, Müller-Braunschweig, Kemper und den Neopsychoanalytiker Harald Schultz-Hencke. Die 1945 wieder gegründete Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG) wurde 1949 nur vorläufig in die IPV aufgenommen, die volle Mitgliedschaft erlangte sie erst im Jahr 2001. Auf Initiative von Kemper und Schultz-Hencke entstand 1946 das Zentralinstitut für psychogene Erkrankungen bei der Versicherungsanstalt Berlin, eine staatlich finanzierte psychotherapeutische Poliklinik, deren Direktor Werner Kemper bis zu seiner Auswanderung 1948 nach Rio de Janeiro war.
In der schulenübergreifenden Tradition des Göring-Instituts gründeten Freudianer, Jungianer, Adlerianer und Neoanalytiker 1947 in Berlin das Institut für Psychotherapie zur Neuorganisation der psychoanalytischen Ausbildung. 1949 schlossen sich Vertreter verschiedener psychotherapeutischer Richtungen zur Wahrung ihrer berufspolitischen Interessen in der Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie und Tiefenpsychologie (DGPT) zusammen, die auch heute noch - um die Psychoanalyse und die Psychosomatik im Namen erweitert - als Dachverband in dieser Funktion existiert.
Die Lagerkämpfe im Ringen um die Anerkennung durch die IPV führten 1950 zu einer Spaltung: In Abgrenzung zu der "abweichlerischen" Neopsychoanalyse Schultz-Henckes und als vermeintlich unbelasteter Neubeginn gründete Carl Müller-Braunschweig mit VertreterInnen einer klassisch-freudianischen Position - darunter Käthe Dräger und Margarete Steinbach - die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV), die ein Jahr später in die IPV aufgenommen wurde. 1950 nahm auch das Berliner Psychoanalytische Institut die Ausbildung auf. Nur über dieses von Müller-Braunschweig geleitete Institut, das personell mit der DPV identisch war, konnten PsychoanalytikerInnen der ersten Nachkriegsgeneration Mitglied der IPV werden. 1970 wurde es in Karl-Abraham-Institut umbenannt.
Die vorherrschende Lehrmeinung in der DPV, zunächst orthodox freudianisch, orientierte sich später an der in England und den USA weiterentwickelten Ich-Psychologie Heinz Hartmanns und Anna Freuds, während die DPG unter Schultz-Hencke eine Amalgamierung der Theorien von Freud, Adler und Jung anstrebte und an deutschsprachige Traditionen anknüpfte.
Aufs Neue entstanden in mehreren westdeutschen Städten psychoanalytische Arbeitsgruppen und Institute. In München eröffnete 1946 das Institut für Psychologische Forschung und Psychotherapie - gegründet von Adlerianern, Jungianern und Fritz Riemann als einzigem Freudianer (als Analysand von Schultz-Hencke mit Einschränkung) -, das sich als Nachfolger des Göring-Instituts und der synoptischen Tiefenpsychologie verstand. Erst die 1974 erfolgte Umbenennung in Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München setzte den Akzent anders. Um eine "authentische" psychoanalytische Alternative zum Riemannschen Institut ging es in den 1950er und 1960er Jahren zwei privaten Arbeitskreisen um Johannes Cremerius bzw. Fritz Friedmann. Teilnehmer des Friedmann-Kreises, unter ihnen Lotte Köhler, gründeten 1973 die Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft München (PAM) als Institut der DPV. Eine weitere Gruppe, die 1974 aus Günter Ammons Deutscher Akademie für Psychoanalyse hervorgegangene Münchner Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse (MAP), entwickelte sich zu einem Weiterbildungsinstitut für Ärzte und Psychologen.
In Stuttgart gründeten 1948 Jungianer und Freudianer der Stuttgarter Arbeitsgruppe für Psychotherapie (im wesentlichen Mitglieder der früheren Zweigstelle Württemberg und Baden des Göring-Instituts) das Institut für Psychotherapie und Tiefenpsychologie, das von dem Gedanken einer "fruchtbaren Begegnung der Schulen" von Freud, Jung und der Daseinsanalyse getragen war. Mit einer solchen Synopsis verband sich zugleich eine Kritik am Freudschen "Triebmechanismus". Geführt von Wilhelm Bitter und den DPG-Mitgliedern Felix Schottlaender (der 1952 aus der DPG austrat) und Hermann Gundert, entwickelte sich das Stuttgarter Institut bald zum zweitgrößten psychotherapeutischen Ausbildungszentrum nach Berlin. 1970 wurde es in Stuttgarter Akademie für Tiefenpsychologie und analytische Psychotherapie umbenannt. Anfang der 1970er Jahre entstand aus einer DPV-Gruppe um Wolfgang Loch an der Stuttgarter Akademie - neben einem freien und einem DPG-Institut - ein eigenes Institut: die Psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft Stuttgart-Tübingen der DPV/IPV. 1971 trennte sich eine Gruppe von Jungianern von der Akademie und gründete das C. G. Jung-Institut in Stuttgart.
In Freiburg bildete sich 1962 um Wolfgang Auchter eine psychoanalytische Arbeitsgruppe, aus der in Zusammenarbeit mit Johannes Cremerius 1974 ebenfalls eine offizielle Ausbildungsstätte der DPV entstand, das Psychoanalytische Seminar Freiburg. Ein Institut der DPV wurde 1967 auch an der Ulmer Universität gegründet und stand bis 1990 unter der Leitung von Hans Thomä.
1955 formierte sich die Psychoanalytische Arbeitsgruppe Hamburg der DPV mit Ulrich Ehebald und Wolf Grodzicki als Lehranalytiker. Als sich der DPV-Vorsitzende Gerhard Scheunert in Hamburg niederließ, wurde die Arbeitsgruppe 1960 in das Hamburger Psychoanalytische Institut umgewandelt, das 1974 im Michael-Balint-Institut aufging. Eine weitere psychoanalytische Arbeitsgemeinschaft der DPV entstand Anfang der 1970er Jahre in Köln-Düsseldorf um die Mitherausgeberin des seit 1960 erscheinenden Jahrbuchs der Psychoanalyse, Edeltraud Meistermann-Seeger. Horst Eberhard Richter, DPV-Mitglied und bis dahin Leiter des BPI, folgte 1962 einem Ruf nach Gießen und baute dort ein psychoanalytisches Institut auf, wo zu Beginn der 1970er Jahre kritische Reformideen der Studentenbewegung aufgegriffen wurden.
Ausbildungsstätten der DPG bildeten sich neben Berlin in Göttingen - das Lou Andreas-Salomé-Institut - und Hannover - Ina Böhlendorf und Ilsabe von Viebahn wirkten hier - sowie in Freiburg und München. Ende der 1960er Jahre erfolgte innerhalb der DPG, die bis dahin von der Neopsychoanalyse Schultz-Henckes geprägt war, eine Umorientierung: Sie wandte sich stärker der Psychoanalyse Freuds zu, während neoanalytische Gedanken immer mehr aus der psychoanalytischen Diskussion verschwanden. Die DPG versteht sich heute als eine Vereinigung, in der die Psychoanalyse Freuds und ihre Weiterentwicklungen - Ich-Psychologie, Objektbeziehungstheorie und Selbstpsychologie - vertreten sind und gelehrt werden. Aus der DPG-Arbeitsgruppe am Berliner Institut für Psychotherapie entstand 2000 das Psychoanalytische Institut Berlin (PaIB).
Ein von der Kollaboration mit den Machthabern der NS-Zeit unbelasteter Neubeginn der deutschen Psychoanalyse nach 1945 ist vor allem mit den Namen Alexander Mitscherlichs und seiner Frau Margarete Mitscherlich-Nielsen, den Autoren des Buchs Die Unfähigkeit zu trauern, verbunden. Mitscherlich rief gemeinsam mit Schottlaender 1947 die Zeitschrift Psyche ins Leben. 1949 gründete er die psychoanalytisch orientierte Psychosomatische Klinik in Heidelberg und wurde, nachdem er der DPV beigetreten war, 1960 in Frankfurt Leiter des ein Jahr zuvor gegründeten Instituts und Ausbildungszentrums für Psychoanalyse und Psychosomatik, seit 1964 Sigmund-Freud-Institut (SFI).
Dieses Institut, das mit Namen wie Tobias Brocher, Clemens de Boor, Hermann Argelander, Alfred Lorenzer, Klaus Horn und Helmut Dahmer verbunden ist, stand durch seine Nähe zu dem wieder errichteten, von Horkheimer und Adorno geführten Frankfurter Institut für Sozialforschung für eine gesellschaftskritische und kulturtheoretische Forschungsrichtung. Bis 1994 war das SFI das größte Ausbildungsinstitut der DPV, seitdem ist es ein reines Forschungsinstitut, während die Ausbildung in dem 1994 aus einer Arbeitsgruppe niedergelassener Analytiker der DPV entstandenen Frankfurter Psychoanalytischen Institut (FPI) stattfindet.
Auf dem Hintergrund des sich verändernden politischen und kulturellen Klimas zur Zeit der 68er Studentenbewegung nahm das Interesse an der Psychoanalyse deutlich zu. Die studentische Linke interessierte sich besonders für die Schriften der freudomarxistischen Klassiker Reich, Fromm, Simmel und Bernfeld. Es gelang der Psychoanalyse aber nicht, nachhaltig an deutschen Universitäten Fuß zu fassen. Eine Ausnahme bildet das Institut für Psychoanalyse am Fachbereich Psychologie der Frankfurter Goethe-Universität, das 1972 im Gefolge der Studentenbewegung aus einem Lehrstuhl Mitscherlichs enstand und seit 1987 von Christa Rohde-Dachser geleitet wird.
Besser stand es mit der Verankerung der Psychoanalyse als Heilmethode: Sie war nach dem Krieg die erste Psychotherapie, die 1967 in der BRD von den Krankenkassen anerkannt wurde. Mit der Medizinalisierung und der Orientierung am Berufsbild des Facharztes droht jedoch das kulturkritische Potential der Freudschen Lehre in Vergessenheit zu geraten. Dass sich die Selbst- und Narzissmustheorie Heinz Kohuts, die sich auf die inneren Prozesse des Individuums konzentriert, als dominierende Lehrmeinung etablieren konnte, hat Kritikern zufolge diese Entwicklung noch gefördert.
Der Bedeutungszuwachs, den die Psychoanalyse in den 1980er Jahren durch die Theorie des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacan erfuhr, berührte die psychoanalytische Praxis in Deutschland nicht. Die Lacan-Rezeption beschränkte sich auf philosophische und literaturwissenschaftliche Kreise. Anfang der 1980er Jahre begann in der deutschen Psychoanalyse eine intensive Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte, insbesondere während der NS-Zeit. Einen Höhepunkt bildete die Begleitausstellung "Hier geht das Leben auf eine sehr merkwürdige Weise weiter..." zum 34. Internationalen Psychoanalytischen Kongress, der 1985 in Hamburg erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf deutschem Boden stattfand.
Was die DDR betrifft, so war die Freudsche Lehre dort nicht direkt verboten, sie wurde jedoch für antihuman, wissenschaftsfeindlich und gesellschaftspolitisch untragbar erklärt und offiziell weder gelehrt noch praktiziert. Der einzige nach der Teilung in der DDR verbliebene Psychoanalytiker, Alexander Mette, zog der Ausübung seines Berufs eine politische Karriere vor. Größeren Einfluss hatte hier die Neopsychoanalyse Schulz-Henckes. Die von ihm postulierte Rückführung der Psychoanalyse auf "das Beobachtbare" kam der Forderung nach einer materialistisch fundierten, an der Reflextheorie Pawlows orientierten Psychologie ebenso entgegen wie seine Ablehnung der Libidotheorie.